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#1
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Er war ein alter Mann.
Er war außen dick und innen hässlich. Er wohnte mit seiner Frau in einem Mehrfamilienhaus. Er führte einen Laden in dem Haus. Er hatte sein Büro im Keller. Er hielt sich oft in seinem Büro auf und stand am gekippten Fenster. Er blickte dabei in den Garten. Er sah die zwei Kinder einer jungen Familie aus dem Haus: Junge und Mädchen. Er beobachtete das Mädchen, wie es an seinem sechsten Geburtstag mit dem wenig älteren Bruder und einem Nachbarjungen spielte. Er hörte Kinderlachen. Er schaute zu, als die drei Kinder sich für ein Foto aufstellten: Das Mädchen in der Mitte, die Jungs, links und rechts, legten jeder einen Arm um seine Schultern – wie zwei Beschützer. Er hatte auch die Schaukel im Blick, die an einem Baum hing. Das Mädchen benutzte sie häufig. Er konnte dann das Kleid aufwehen sehen. Er sah das Mädchen mit seiner Mutter im Laden stehen. Er bemerkte, dass es sich für seinen Hund interessierte. Er lud es ein, den Hund am Nachmittag zu besuchen. Er und der Hund bekamen Besuch von dem Mädchen. Das Kind streichelte das Tier sanft. Er fragte, ob es Lust hätte, mit in den Keller zu gehen. Er zeigte ihm das Büro: an den Wänden hohe Regale, gefüllt mit Ordnern und Kartons; in der Mitte ein großer Schreibtisch, auf dem ein altmodisches Filmvorführgerät aufgebaut war. Er hing eine Leinwand auf und legte eine Filmspule ein. Es gab nur einen Stuhl. Er setzte sich und bedeutete dem Mädchen, dass es auf seinem Schoß Platz nehmen solle. Der Film lief ab: ein Schwarzweißfilm über einen Zirkus mit dem Clown Charlie Rivel und Luftakrobaten. Die Trapez-Artisten schwangen hin und her, vollführten am laufenden Band tollkühne Salti und Schrauben. Er legte seine große Hand auf einen der Mädchenschenkel, tastete sich unter dem Kleid zum Slip vor und … Der Clown weinte. Das Publikum lachte. Er schwitzte plötzlich stark und grunzte. Das Mädchen wagte nicht, sich zu rühren, blieb mit seinem Blick am Clown haften. … Er lockte das Mädchen immer wieder in den Keller. Es war ein stilles, neugieriges Kind, das ständig lernen wollte. Es stellte keine Fragen, sondern wartete geduldig auf neue Informationen. Er zeigte ihm im Keller alles, was er für wichtig hielt: wie man mit einem Locher umgeht, ein Paket verschnürt, sich in Gesellschaft die Nase putzt, Tabak in eine Pfeife stopft. Nach jedem Unterricht lief der Zirkusfilm. Einmal betrat seine Ehefrau während eines Besuchs unvermutet den Keller. Sie blieb im Türrahmen stehen und blickte hilflos in die Augen des Kindes. Er schrie seine Frau brutal an, beschimpfte sie mit hässlichen Ausdrücken und scheuchte sie vor sich her, zurück in den Laden. Die Frau versuchte es anders, fing das Mädchen vor ihm ab. In einem Hinterzimmer führte sie vor, wie man mit einem Finger-Test die richtige Hitze eines Bügeleisens feststellt und ein Hemd glättet. Er fand die beiden, nahm das Kind ohne Rücksprache einfach mit. Er sprach nie den Bruder des Mädchens an. Es fiel den Eltern nicht auf. Unbedarft erzählte jedoch der Bruder den Eltern von einer Beobachtung beim Spielen. Die Tochter wurde dazu befragt und sie sprach über die Nachmittage im Keller. Die Eltern reagierten direkt. Der Vater rannte von dem Kind weg, rannte in den Laden, schlug hart auf den Besitzer ein. Er musste in ein Krankenhaus. Das Mädchen musste aus dem Haus, aus dem Stadtteil. Es war allein. Das Thema ein Tabu. Er wurde angezeigt. Er blieb straffrei. Zu jener Zeit zählte die Aussage eines Kindes nicht. Die Ehefrau schwieg. Das Mädchen trug fortan Hosen und Fragen mit sich, die alle mit einem Warum begannen. Er starb, irgendwann. Er nahm die Antworten mit. |
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#2
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bei texten dieser art hat man immer angst, sie könnten einen autobiographischen hintergrund haben und würben um mitgefühl statt sprachkritik.
dennoch gefällt mir dieser text nicht. die staccato abrechnung mit einem ER, der vorgeblich die antworten haben soll, die auch Er gewiß nicht hat, zeigt die noch größere grausamkeit, mit der die umwelt darauf reagiert, ohne sie im text selbst überhaupt zu realisieren. du warst damals eine süße 6-jährige, der etwas geschehen ist. aber das konnte dich nicht berühren, hatte mit dir nicht zu tun - die umwelt sagt diesen heilenden satz nicht, sondern bestraft das kind, schickt es in die ferne. las gerade schulbedingt den drachenläufer und damit hassans rape. die eigentlichen probleme bleiben bei diesem text ausgespart: ER ist zumeist nicht ein abtrennbarer fremder ohnehin fett und innerlich häßlich, die antwort auf das warum ist wiederholungszwang und daraus weitere warums. betätschelt zu werden genügt für psychologen, die weiter an der schraube drehen, das kind sei selbst das problem, was es aber nicht ist und nie war. ich weiß. trotzdem. texte haben auch die aufgabe, alternativen zu entwickeln... die erneute wiedergabe des bekannten will gut überlegt sein, sollte sich durch irgendetwas davon absetzen können. |
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#3
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Nein, Susanna, um Mitgefühl werben soll dieser Text nicht. Dies ist u. a. ein Grund dafür, warum er nicht in der Ich-Form verfasst ist.
Ein anderer Grund für die vornehmliche Auflistung von Er-Sätzen, ist das Zurechtrücken der Kindersicht. In dem Text soll niemandem eine Schuld zugewiesen werden, nicht dem Ladenbesitzer, nicht seiner Frau, nicht den Eltern, nicht dem Mädchen! Kinder suchen automatisch die Schuld bei sich. Und nur um dies nicht zu fördern, überwiegen hier die Er-Sätze. Es wurde meines Wissens nie der Grund für seine sexuelle Abweichung geklärt; bekannt ist jedoch, dass es bei ihm keine Ausnahmeerscheinung war. Unbekannt ist auch, wann es bei ihm angefangen hat, daher ist es möglich, dass es sich um eine hirnorganische Veränderung eines alten Mannes handelte. Die Veränderung führt jedoch nicht dazu, dass ein erwachsener Mann nicht in der Lage ist, die Handlung abzubrechen! Er kannte sein Ziel, war sich seiner Tat voll bewusst und nahm das Unrecht in Kauf. Ich unterstelle ihm keine böse Absicht, denn kein Mensch, der nicht selbst als Kind sexuellen Missbrauch erfahren hat, kann wirklich ermessen, welche Folgen für das Kind damit verbunden sind. Zitat:
Doch, der Mann hätte mir wichtige Antworten geben können, nur er. Einmaligen sexuellen Missbrauch mit Kindern wird niemand verhindern können, doch mit mehr Aufmerksamkeit und Courage könnte den betreffenden Kindern zumindest die langfristige Fortsetzung erspart bleiben. Die Täter sind meist im nahen Umfeld des Kindes zu finden und haben daher leicht die Möglichkeit, wiederholt bzw. regelmäßig mit dem Kind in Kontakt zu bleiben. Bei jährlich 15.000 neu angezeigten Fällen (lt. Dunkelziffer e. V.) könnte man vermuten, dass in jeder Schulklasse ein betroffenes Kind sitzt. Es wäre schön, wenn im Unterricht dieses Thema angesprochen werden könnte. Nicht um die Kinder dazu anzuregen, sich vor den Mitschülern und der Lehrkraft zu outen. Nein, sondern um zu zeigen, dass es kein Tabu-Thema sein muss! Rücksichtsvolles Schweigen ist Strafe, Strafe für die Kinder – und Gunst für die Täter. Danke, dass du nicht geschwiegen hast. |
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#4
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Ich finde Kinder völlig unerotisch. Sie sind laut, unverschämt, undankbar und teuer. Was manche Arschlöcher dazu bringt, sich an diesen zu vergreifen ist mir nicht nachvollziehbar. Und ja, man sollte dieses widerliche Thema auch in der Schule, wenn nicht gar schon im Kindergarten behandeln.
Mir hat mal, da war ich 10, ein Schuhputzer (Türkei, auf dem Schiff) zwischen die Beine gegriffen. Der Mann wurde fast von den anderen Fahrgästen gelyncht. Und vielleicht wäre es sogar besser gewesen, für die anderen Kinder, die von diesem Arsch betatscht wurden. Gut, ich habe mir dabei kein mir bewusstes Trauma eingefangen, ich war nur völlig baff, habe den Schuhputzkasten umgetreten und ein unwiederholbares Schimpfwort von mir gegeben, doch dann waren schon die anderen Fahrgäste dabei, den Typen zusammen zu schlagen. In Deutschland hätte ich mir eine unsägliche Befragung und Zurschaustellung gefallen lassen müssen. Dummer Spruch: Lass es raus, nimm es aber nicht zu wichtig. Irgendwo blutet immer irgendwer irgendwie. Wir werden nicht an den Problemen gemessen, sondern an den Lösungen. Ich würde gerne mehr von Dir lesen. |
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#5
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Ich danke dir ganz herzlich, kls.
Zitat:
Zitat:
Ich bin stolz auf meinen Vater, der die Bestrafung selbst in die Hand nahm. Er war kein gewohnheitsmäßiger Schläger und handelte in einer rechtlich korrekten Ausnahmesituation. Mein Vater tat es für mich. Doch das erfuhr ich erst spät, zu spät. Zitat:
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#6
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Tja, da sind wir wohl beide nicht Grundgesetzkompatible. Der Staat beansprucht das Gewaltmonopol für sich und das Verbot der Selbstjustiz ist in meinen Augen eine großartige Kulturleistung – solange ich nicht selber involviert bin.
Und dennoch: Oft habe ich das Gefühl, dass ein spontanes Tot Kloppen manchmal die, der Situation angemessene Reaktion wäre. |
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#7
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es gibt keine überraschung. spätestens zu dem augenblick, an dem der eine stuhl im raume genannt wurde, kam bei mir langeweile auf. du könntest dem bloß begegnen, indem du den plot gegen den strich bürstest. wie wäre es mal mit einer verführung des alten sacks durch das junge gemüse? sind junge menschen per se unschuldig und auf die opferrolle beschränkt?
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#8
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Spätestens zu dem Augenblick, als ich in einem Forum unter einem Text über den evtl. Unfalltod einer Suizidgefährdeten las: Mir fehlt da irgendwie der Höhepunkt … gibt’s für mich keine Überraschungen bei Verbesserungsvorschlägen mehr.
Zitat:
Zitat:
Danke fürs Lesen und Befassen, Aerolith. |
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#9
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das ist die freiheit des dichters, solche geschöpfe wie chucky zu erfinden und mit hilfe solcher monster poetische momente zu erzeugen. abgesehen davon habe ich was gegen betroffenheitsprosa. da habe ich immer das gefühl, ich solle belehrt werden oder, was noch viel ätzender ist, ich solle sensibilisiert werden. als ob ich als leser nicht das elend der welt, ihr depravationen und krankhaften momente kennte.
früher belächelte ich mit der weisheit der jugend meine mutter, als die mir mal sagte, daß sie vor allem unterhalten werden wolle, wenn sie läse. je älter ich werde, um so mehr stimme ich ihr zu. unterhaltung aber entsteht durch das neue, das unbekannte, das verdrehte, das übertriebene, das einzigartige. in deinem text kann ich davon nicht viel erkennen. in diese richtung bewegt sich meine kritik. |
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#10
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„Freiheit des Dichters“ klingt groß und weit, verklärt, verlockend und ist am Ende trügerisch. Solange es um Geschichten geht, die mit „Es war einmal ...“ oder „Wir schreiben das Jahr 2204 ...“ oder „Was wäre eigentlich, wenn ...“ beginnen, bietet sie dem Dichter Freiheit, dem Menschen nicht.
Ich hatte in meinen Kommentaren erklärt, dass es bei diesem Text um Aufklärung geht. Ist denn Aufklärung stets gleichzusetzen mit Belehrung? In Betroffenheitsprosa erwarte ich dargestellte Empfindungen. Ich habe versucht, keine Äußerungen über Empfindungen hineinzubringen. Eine nüchterne Schilderung sollte es sein. Ich möchte Informationen anbieten, ohne sie aufzudrängen. Keine Belehrung, keine Sensibilisierung. Der Dichter schreibt, um dem Leser Weite zu vermitteln. Als Mensch schreibe ich, um mir Weite zu geben. Ich hatte die Richtung deiner Kritik schon verstanden. Es gab Versuche, das Thema in Märchen zu verpacken. Beispiel: „Allerleirauh“ (Brüder Grimm). Aber hat es zu einem besseren Verständnis geführt? Nö. Unterhaltend für Lesende, unbedeutend für ein offeneres Miteinander von Gesunden und seelisch Behinderten. Ist ja nur ein Märchen – weit weg von der Wirklichkeit. Welcher psychologisch unstudierte Leser kriegt denn mit, dass darin sexueller Missbrauch durch den Vater mit all seinen Folgen gespiegelt wird? Unterhaltung ist ein weiter Begriff. Sehr beliebt unter Forumsschreiberlingen sind derzeit Geschichten über Amokläufe in Schulen. Es kann nicht blutig genug sein und bei jedem Schuss fliegen vor den Augen der Schüler zerfetzte Körperteile durch den Klassenraum. Ein Autor schrieb dazu, er wolle mit solchen Geschichten seine Leser unterhalten. Unterhalten? Dem allgemeinen Verständnis nach bedeutet unterhalten für Zerstreuung, Zeitvertreib sorgen; erheitern – mit dem Entsetzen und der Panik von Schülern??? Selbst Harald Schmidt versicherte in einem Interview sinngemäß, dass er keine Scherze über missbrauchte Kinder in seiner Late-Night-Show bringen könnte. Irgendwo setze eben auch er für sich eine Grenze für Themen in der Unterhaltung. Wie gesagt, ich will gern deine Kritik aufnehmen und es mit einem neuen Text versuchen, der für Unterhaltung in deinem und Susannas Sinne sorgt. Wenn ich euch als Mensch nicht erreichen kann, dann vielleicht als Dichter. |
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#11
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da du mich ansprichst: ich habe alternativen gefordert, nicht unterhaltung.
du klärst mit diesem text nicht auf, sondern stellst das allzubekannte dar. mit der mich persönlich sehr störenden abweichung, daß das kind aus der stadt muß. du sagst, du möchtest aufklären, aber welchen horror löst du denn damit zusätzlich bei betroffenen kindern aus! daß ihnen droht, in die verbannung geschickt zu werden. drohelemente sind für aufklärung von kindern zu meiden. mich erreichst du menschlich sehr wohl: ich war kind, habe kinder. aber die aufklärung, die du in der schule forderst muß doch zuhause erfolgen. das ist für mich am text die größte fragestellung, warum das kind nicht sofort zu seiner mutter lief und sich bei ihr beschwerte? warum es immer wieder hinging? warum es nicht seinen bruder bat, mitzugehen? kinder, die betroffen sind, erfahren das betätscheln meist vor der einschulung. danach gehen die übergriffe weiter. es ist also wichtig, daß die mütter auch dem kleinen kind klarmachen, daß an ihrem hintern keiner was verloren hat, außer es ist was komisch, dann geht man zur mutter oder mit ihr zum arzt. und daß es grad die netten männer sind, die ihnen kleine hunde schenken wollen, denen sie aus dem weg gehen, schnell wegrennen, sich in irgendein geschäft flüchten und allen davon erzählen müssen, um einen raum der sicherheit um sich zu schaffen. das wäre aufklärung in meinen augen. das wären die alternativen, von denen ich sprach. davon bietet dein text keine. er malt einen fetten bösen alten, als wäre der allein auf der welt. die welt ist voll von männern, die sich da nicht im griff haben. jedes kind wird eine ähnliche erfahrung machen. kinder spüren das schwüle, komische ganz genau, so wie sie das herzlich offene und zärtliche ganz genau spüren. auch über die täter gibt es mittlerweile genug untersuchungen. sie fallen ja nicht vom himmel, sondern sind selbst mißbrauchte oder solche, die völlig übersättigt keinen anderen reiz mehr finden, als über kleine kinder ihre letzte macht auszuspielen. sexuelle übergriffe haben sehr viel mehr mit macht und ohnmacht zu tun, als mit sexualität. auch gibt es eine stufenleiter der schwere des mißbrauchs. natürlich beginnt die beim betätscheln - aber das kann ein kind auch wegstecken, weil es bei den doktorspielen nichts anderes tut. ich wollte dich mit dieser kritik verschonen, falls es stimmt, daß dir das widerfahren ist. das tut mir leid. aber wenn du wirklich menschlich mich erreichen wolltest, so antworte ich dir offen. aber es ist immer ein risiko, auf so höchst emotionale tretminen zu treten. |
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#12
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Susanna, deine Antwort zeigt, dass du den Text falsch eingeordnet hast. Dies erklärt mir deine Reaktion, doch bleibt der Auslöser ein Rätsel. Ich finde weder im Text noch in den Kommentaren einen Hinweis, dass Kinder durch ihn aufgeklärt werden sollen.
Ganz im Gegenteil: Ich schrieb in einer Antwort: Zitat:
Zitat:
Zitat:
Er ist autobiografisch und die Verbannung eine Tatsache. Bei einem erwachsenen Leser gehe ich davon aus, dass er erkennt, dass es sich um ein Einzelschicksal handelt und dass er daher auch nicht hinterher jeden älteren, wohlbeleibten Mann als verdächtig einschätzt. Zitat:
Zitat:
Zitat:
Habe die Fragen an einen Psychotherapeuten weitergeben, der mich kennt. Er vermutete, dass mein Bedürfnis zu lernen entscheidend war. Angst vor Strafe wegen Ungehorsams spielte ebenfalls eine große Rolle, und Petzen war verboten. Vielleicht hoffte ich, eines Tages eine Erklärung zu hören. Da ich keinen Kontakt mehr zu dem Täter aufnehmen durfte, ging ich selbst auf die Suche nach Antworten. Ich wollte wissen, warum ein Mann solches macht. Das brachte mich mehr als einmal in Situationen, in denen ich mit Waffen bedroht oder eingesperrt wurde. Angst hielt mich weder als Kind noch als Jugendliche oder als Erwachsene davon ab, eine Antwort zu suchen. Dafür ist die Frage zu elementar. Psycho-Fachleute dürfen diese Art von Fragen nicht beantworten. Aber sie schlossen zumindest aus, dass Sympathie vorhanden war. Zitat:
Zitat:
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#13
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du meintest doch, wie du selbst zitierst, das solle im unterricht besprochen werden. und karlchen: im unterricht und kindergarten. da sind ja kinder die ansprechpartner.
auch die kurzen klaren sätze dachte ich, seien diesem anliegen geschuldet. wenn es ein text für erwachsene ist, so wundert mich die sprachform. sei es wie es sei, der text ist eine diskussionsgrundlage. aktueller denn je. mich würden statistische daten interessieren, ländervergleiche, philosophische linien der knaben- und mädchenliebe (islam, tempelpriesterinnen...), der anteil mißbrauchender frauen. der tätertypische anschein besagt ja männlich, katholisch, deutsch. da sollte man weiterforschen mit dem neu zugänglichen wissen. und man sollte die anfangspunkte suchen: wo beginnt der kreis der selbst mißbrauchten mißbraucher?, bzw. besteht da ein zusammenhang und wiederholungszwang? welcher zusammenhang besteht zwischen mißbrauch und homosexualität? ganz wichtig sind die ansatzpunkte, die der psychologe benannte: lerneifer, angst vor strafe bei ungehorsam, petzen verboten. darüber muß man mit den kindern sprechen. als opfer täter zu benennen ist nicht petzen, ungehorsam, der zu eigenem schaden führt muß die strafe entfallen lassen (da schon mehr als genug "bestraft"). ich denke schon, daß man sich an die kinder direkt wenden muß. sie haben ja den erstkontakt im zweifel und damit die erste kenntnis. sie sind die ersten, die aus der situation heraus reagieren müssen. wenn sie in die lage gesetzt werden "du blöder kinderficker!" zu sagen und wegzulaufen, ihre erste empörung jemandem mitteilen können, dem sie vertrauen, dann wäre doch schon viel geholfen. |
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#14
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also ich finde den ansatz des textes gut. ich finde die "er"-sätze gut und ich finde ganz und gar nicht, dass jeder text alternativen vorschlagen sollte. dies ist eigentlich die aufgabe der leser, vielleicht aus der emotionaler reaktion auf den text heraus.
was das "junge gemüse" betrifft, das den alten verführen sollte, so ist diese variante nach "lolita" definitiv langweilig, da sie nur ein abklatsch sein kann. aber ich finde, dass an dem text noch gearbeitet werden kann. selbst wenn der text (wie meistens) aus einer persönlichen erfahrung heraus entsteht, kann die arbeit an seiner form und die umwandlung ins "abstrakte" (d.h. allgemeingültige, nicht mehr unmittelbar persönliche) gerade die distanz schaffen, die man braucht, um mit dem thema abzuschließen (im positiven sinn), und ihn auch für die leser lesenswerter machen. wie ich oben schon sagte, gefielen mir die unpersönlichen "er"-sätze und die im ganzen trockene form. vielleicht könnte der text gewinnen, wenn man in dieser richtung weiter geht, alle hinweise auf das autobiographische und persönliche betroffenheit tilgt etc. so müsste z.b. der mann nicht unbedingt fett sein. fett und hässlich wirkt entweder etwas zu dick aufgetragen oder lässt eben an persönliche gefühle des autors denken... |
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#15
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was genau ist schiefgelaufen, wenn sich der sexus auf kleine kinder richtet? was befiehlt dem schwanz die erektion? oder fehlt es daran und das gehirn dringt in immer absurdere gebiete vor, weil der körper sowieso nicht nachkommt? oder ist die letzte macht der gedemütigten die über kleinere? oder sind das alle frauenfeinde? wird die eigene sexualität der prüden katholen weniger belastend empfunden, wenn der partner asexuell ist?
was treibt diese nichtmänner denn an? |
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#16
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eine selbstaussage des schriftstellers haslinger, vielleicht auch ganz interessant in diesem zusammenhang:
http://www.welt.de/die-welt/kultur/l...Hexenjagd.html |
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#17
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experte:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitr...-nicht-heilen- ein anderer schriftsteller: bodo kirchhoff http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,683572,00.html |
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#18
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und zur abrundung noch etwas von der humanistischen union:
http://www.faz.net/s/Rub5A6DAB001EA2...~Scontent.html |
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#19
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opfer zeugen opfer, auch frauen, eifersucht, besondere gewaltverhältnisse, biologie:
http://www.faz.net/s/RubCD175863466D...~Scontent.html |
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