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Laßt uns über Fußball reden! - Saison 2016/17 (Halbserie I) - Blogs - Wolkenstein-Forum

aerolith

Laßt uns über Fußball reden! - Saison 2016/17 (Halbserie I)

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Das erste Spiel in der neuen Saison, die am 1. Juli begann, spielten unsere Jungs gegen die Hertha-Bubis. Daß ich als Dauerkartenbesitzer Eintritt zahlen mußte, war ein erstes Ärgernis. Die Preise steigen zudem. Unfuglich.
Das schöne Sommerwetter, umme 24° C, nutzten etliche Ostfalen zu einem freudigen Blick auf die Neuverpflichtungen. Sie waren bevorzugtes Thema bei fast allen kleineren und größeren Runden, denen ich heute beiwohnte. Das Spiel war ein typisches Vorbereitungsspiel, wenig ergebnisorientierter Fußball, statt dessen ständige Korrekturen der Laufwege, der Raumbesetzung, der Art und Weise des Vortrages. Sowohl Härtel als auch sein brummiges bärliner Pendant nahmen sich da nichts. Die meisten Anweisungen richteten sich an Spieler, die falsch standen. Stellungsspiel wurde heute großgeschrieben. Einzelkritik aller erspare ich mir, nur einige Bemerkungen:

Sprenger abgeklärt und ruhig. Steht gut und spielt den Ball gut zum eigenen Mann. Wenig Risiko. Sachlich und stark am Mann.
Kath als LV mit einigen Vorstößen, aber unpräzisen Flanken. Neigt dazu, sich zu verzetteln. Unsicher.
Hammann mit vielen Fehlpässen, schlechtem Stellungsspiel und ungenauen Zuspielen. Hat viel zu tun.
Beck mit angezogener Handbremse. Ist sich seiner Position sicher und spielte so, als ob er bloß keine Verletzung riskieren wollte.
Sowislo mit der ruhigen Art, wie ich sie in der Vorbereitungsphase kenne. Sachlich und doch in den entscheidenden Momenten da.
Exslager anfangs sehr schlecht: stand falsch, spielte falsch ab, lief in die falschen Räume und wirkte wie ein fünftes Rad am Wagen. Nach seinem Tor besser, zum Ende hin gut. Da hatte er seine Position halb rechts gefunden.
Ernst mit guter Vorstellung. Ein, zwei Situationen, wo er hätte eher abspielen müssen, aber mit guter Technik, Kondition und Dynamik.
Tarek heute gut. War nach 80 Minuten platt. Lief viel, räumte vieles auf und brachte sich auch gut ins Offensivspiel ein. Weiter so!
Handke anfangs wie ein Drehrumbumm: unbeweglich-statisch, langsam, mufflig. Wurde im Laufe des Spiels besser, stand dann gut und ließ nichts zu. Paßte auch ansehnlich.
Novy ohne Bindung zum Spiel.
Düker mit Gespür für den potentiellen freien Raum, gut im Zuspiel, aber mit Schwächen beim Abschluß. Darauf kömmt es jedoch an.

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Comments

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  1. Avatar von aerolith
    Ein paar Trainingsbeobachtungen: Bei strahlendem Sonnenschein und schlappen 31° C tummelten sich 16 Feldspieler (es fehlten Düker, Kath, Schwede, Pulido, Ernst und Niemeyer) und drei Torleute auf dem Traingsplatz. Thielemann übernahm die Erwärmung c.t., ja, dann doch. Bei den Dehnübungen erwies sich Beck als Gymnastikmuffel, beteiligte sich nur bei einer Wadendehnübung gut. Schiller machte voll mit, wirkte sehr eifrig. Er läuft rund, wirkt schnell, paßte gut und präzise mit der entsprechenden Härte. Einzig beim Torschuß spielte er vorsichtig, meist auf den Mann und nicht mt Schmackes in die Ecke. Entsprechend hochtrabende Kommentare gab es von Beck, der jeden Ball in in die Ecke ballerte und die meisten Tore schoß. Bei Wassim fiel mir eine Schwäche aus der letzten Saison auf: fehlendes Timing beim Paß- und Laufspiel. Er spielt oft blind in den Raum, von dem er offenbar erwartet, daß dort jemand den Ball erlaufen könnte. Novy fiel in seinen Leistungen ein wenig ab und wurde, als er einmal einen Treffer landete, sofort Pavel oder kurz Nedved gerufen. Sowislo lobte sich nach einer gekonnten Defensivleistung und meinte, "dieser Mann ist überall: vorne, hinten, in der Mitte". Müller sehr ruhig. Exslager, kurz Echse gerufen, fiel auch nicht weiter auf. Butzen war eifrig, kam aber bei der Übung nicht sehr zum Zuge. Tarek anfangs sehr stark. Ließ dann im Laufe der Einheit nach, wirkte zum Ende erschöpft. Kein Wunder. Die Belastung muß sehr hoch gewesen sein.
    Härtel ließ viele kurze und intensive Einheiten üben und bildete vier Mannschaften, die jeweils gegeneinander auf engem Raum gegen jeweils zwei Verteidiger aus einem anderen Team spielen mußten, wobei Thielemann an einer Abseitslinie stand, wovor der letzte Paß gespielt werden mußte. Die einzelnen Teams waren eng beieinander. Neun Tore für den Sieger, sechs für das letzte Team. Hammann zeigte sich verbessert, paßte sehr gut und war beim Hin- und Hergerenne sehr erpicht. Er war auch der einzige, der bei einer qualitativen Steigerung der Übung (es mußte nach dem finalen Paß direkt abgeschlossen werden) das Tor traf. Härtel meinte, nachdem die Torleute bei der einfacheren Variante so gut wie keinen Schuß parieren konnten, daß man nun den Torleuten auch ein Erfolgserlebnis geben müsse... Es wurde intensiv gearbeitet, die Atmosphäre war angenehm entspannt. Härtel korrigierte und frotzelte an mancher Leistung herum. Kurz nach halb fünf war Schluß. Die Spieler liefen aus und ich trollte mich.
  2. Avatar von aerolith
    31. Juli 2016, 2 Uhr nachmittags bei 24° C und bedecktem Himmel: 17796 Zuschauer erleben drei Tore für die Gäste, keins für die Heimmannschaft. FCM vs. Fortuna Köln 0:3.

    Fußball ist ein einfacher Sport. Man braucht elf Männer, die bereit sind, bis an die Schmerzgrenze zu gehen. Man braucht eine gewisse Fitneß, eine Hackordnung und eine klare Aufgabenverteilung. Man braucht einen Plan A und einen Plan B, um den Gegner zu bespielen und zu bekämpfen und will man erfolgreicher als die anderen Mannschaften spielen, dann braucht man noch einen Plan C. Der Teufel steckt da auch nicht im Detail, denn das sind die Grundvoraussetzungen. Wenn eine Mannschaft keine gesunde Hackordnung hat, bäumt sie sich gegen eine Niederlage nicht auf. Wenn eine Mannschaft keinen Plan B hat, spielt sie stur ihren Stiefel runter. Wenn eine Mannschaft viele Spieler besitzt, die gleich ticken, läuft sie in eine Richtung und hat kein Verständnis dafür, daß man sie nicht lobt. Wenn der Führungsspieler fehlt, kann sie ihr Spiel auch nicht ändern. Und wenn es dem Verein, für den die Spieler spielen, wichtiger ist, ein Premiumprodukt anzubieten, Zuschauer verhaltenstechnisch zu schikanieren und auch sonst alles tut, um ein Produkt in einer gewissen Spannbreite des Marktes zu implementieren, dann kömmt am Ende so etwas heraus, wie ich es heute erleben durfte: saft- und kraftloser, charakterloser und beliebiger Fußball, ganz getreu dem Motto: Wenn es heute nicht klappt, dann vielleicht beim nächsten Mal. Ist doch egal. Wir holen schon unsere Punkte zum Klassenerhalt. Mehr ist sowieso nicht drin. Und diese Botschaft wird dann in jedem Interview unters Volk gebracht. Verlierermentalität.

    Die Ostfalen werden sich das nicht lange bieten lassen. Zwei, drei Spiele vielleicht. Dann brennt der Baum. Es nervte heute nicht die Niederlage gegen die diszipliniert spielenden Rheinländer, sondern das Fehlen jedes Widerstandes. Der von den Verantwortlichen beschworene Charakter der Mannschaft bestand heute darin, sich abschlachten zu lassen. Da muß man doch mal den gegnerischen Außenstürmern eine Ansage machen, sie bremsen, ihnen den Schneid abkaufen, hart zur Sache gehen, um klar zu signalisieren: Du kömmst hier nicht durch! Damit meine ich nicht, daß foulgespielt werden soll. Aber Fußball ist ein Männersport, nicht so ein Muschiehgehopse wie heute. Bloß niemandem wehtun. Bloß nicht was falsch machen! Und dann fehlte es an Ordnung im Mittelfeld, war die Abwehr eine Mädchentruppe und vorn liefen drei Stürmer quasi im Gleichschritt in den einen freien Raum - allerdings im Schlepptau ihrer Gegenspieler. Und wenn der Ball dann doch mal auf dem Fuß lag, dann aber mit dem Kopf durch die Wand. Flanken? Fehlanzeige. Flankenwechsel. Manchmal im Zeitlupentempo. Doppelpaß? Wohl hatte mal jemand dran gedacht, aber warum als Mittel einsetzen? Lieber hintenrum. Wir liegen ja nur 0:3 zurück. Egal. Dann eben nächstes Jahr am Balaton.
    Der Trainer machte es auch nicht besser. Statt den bärbeißigen Hammann drinzulassen, der zwar auch nicht gut spielte, aber besser als andere, brachte er statt dessen Pulido, dessen Pirouetten ungefähr so sinnvoll waren wie ein Kolibri gegenüber Bud Spencer. Dann nahm er Kath raus, der wenigstens ab und an Flügelspiel einsetzte, und brachte dafür Exslager, dessen Schnelligkeitsnachteile offensichtlich waren und der erhebliche taktische Mängel besitzt - er stand und lief zu oft falsch, als daß ich da an Eingewöhnungsprobleme glauben könnte. Jedenfalls glaube ich nicht, daß er und Beck zusammenpassen. Statt dessen blieb der schwache Wassim drin und auch Handke, der einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, wurde nicht erlöst. Da hätte Puttkammer ins ZM gemußt, dafür Löh zurück... Aber das alles hätte auch nur funzen können, wenn man einen Plan B gehabt hätte. Statt dessen gab es keinen Rhythmuswechsel, fummelte sich Pulido in den Fummelhimmel und landeten Flanken aus dem Halbfeld sonstwo, von der Grundlinie kam wohl auch mal eine, aber die ging ins Seitenaus. Den Rest fing der Kasper im Tor der Gäste mit der Narrenkappe.

    Zur Einzelkritik:
    Glinker schwach. Unhaltbar war keines der Gegentore aus meiner entfernten Sicht. Schlechte Zuspiele, auch freie Schüsse zu oft zum Gegner. Langsam in der Spieleröffnung. (5)
    Handke mit rabenschwarzem Tag. (6) Puttkammer etwas besser. Aber warum organisiert er die Abwehr nicht? Ein Hühnerhaufen. Verlor zu viele Zweikämpfe in unserem Strafraum, lief die Räume zu selten zu und brachte nur wenig nach vorn zustande. (4,5) Sprenger mit ausbaufähiger Leistung. Seine ruhige Art gefällt mir. War aber heute nicht die richtige Methode. Stand falsch. Spielte unsicher und wirkte zu langsam im Denken. Sehr schlappe Zuspiele. Keine Härte am Mann. (4,5) Butzen mit viel Drang nach vorn, was mir gefiel. Aber zuerst einmal muß er seine Seite zumachen. In gegnerischer Strafraumnähe hasplig. (4) Hammann darf auch mal laut werden. Keine Leistungssteigerung, aber lange nicht so schlecht wie andere. (4)
    Kath mit einigen guten Ansätzen. Verständigungsschwierigkeiten mit Beck, der gern Linksaußen spielt, Kath aber auch. Schlage vor, daß Beck im Zentrum bleibt und diesen Raum weitgehend Kath überläßt. Es ist nicht an ihm, den Rhythmuswechsel vorzugeben. (3,5) Brandt schwach. Stand falsch, bekam keinen Zugriff auf das Spiel, schaute oft nur hinterher. Er muß es lernen, den Rhythmuswechsel anzugeben. (5) Löh mit etlichen Schnitzern, aber gutem Einsatz. Darf in seinem Bereich die Gegner nicht marschieren lassen. Braucht das Spiel ein wenig vor sich, mehr als Brandt, sollte also mit Puttkammer Absprachen halten und sich mehr aufs Zerstören des gegnerischen Spiels konzentrieren. (4)
    Wassim mit den gleichen Schwächen wie im vergangenen Jahr. Kann nur dann ein Guter werden, wenn er stur als Außen spielt und in den Lauf gespielt wird: Kurs geradeaus und dann rein mit der Molle. Wer sollte das bei unserer Aufstellung leisten können? Sah deshalb keinen Stich. Keine präzise Flanke, kein Torschuß, keine Chance. (5,5) Beck ohne Bindung. Hing in der Luft, was aber nicht nur sein Fehler war. Als Kapitän muß er die Mannschaft neu justieren, wenn es nicht läuft. Erhielt erst in der zweiten Halbzeit einige Chancen, zufällig. Versemmelte sie alle, aber richtige Chancen waren das auch kaum. (4,5)

    Dank an den Kurzen für den Mitschnitt vom MDR:

  3. Avatar von aerolith
    Stichwort "Premiumprodukt FCM"

    Das sind alles Prozesse, wie sie typisch sind für die Implementierung eines Produkts in einem übersättigten Markt. Familienfreundlichkeit, Sicherheit, Sauberkeit, Trallala und fertig ist das Mondgericht. Die Mitglieder wollen es mehrheitlich so. Sie wollen keine Mitbestimmung, sondern vergünstigte Vorkaufsrechte. Sie wollen keinen Fußballverein, sondern einen Spaßgaranten, zu dem eben auch ein bißchen das Verbotene resp. die Gefahr gehört, wie sie von durchschnittlichen Fußballfans ausgeht. Zugleich wird kontrolliert, schikaniert (gegen die Schwächeren), verkauft und gefeiert. Darum geht es, nicht um Fußball. Der ist nur lästig. Drei- bis viertausend Stimmungsmacher, die das Hüpfen organiseren, festgefügte politisch-korrekte Rituale (die anderen werden diffamiert) und eine sich steigernde Diffamierung gegen alle, die diesen marktkonformen Weg nicht mitgehen wollen. Also gibt es Fans erster Klasse, zweiter Klasse und diejenigen, mit denen die Führungsriege nichts zu tun haben will, sofern sie mehr tun als klatschen und jubeln.

    Dieser Weg wird stur weitergegangen werden, denn es gibt kaum Widerstand. Die Mitglieder wollen es so, ein paar Widerständler werden als Sonderlinge behandelt oder aus dem Stadion geworfen. Die Mannschaft paßt sich dem Weichei-Motto an. Hartes Einsteigen gegen den Gegner könnte ja die zahlreichen Kinder auf den Traversen verunsichern oder schockieren. Also meckern die Spieler lieber mit dem Schiedsrichter, statt ihren Gegenspielern Ansagen zu machen. - Meckerei, aber keinen Drang dazu, die Dinge selbst zu regeln. Die Macht hätten die Fans, aber sie übertragen sie, lehnen sich zurück und meckern lieber, bevor sie etwas ändern.
    Selber schuld.
  4. Avatar von aerolith
    15876 Zuschauer, drei Tore von Beck. Frisch-windiger Sommerabend bei weitgehend bedecktem Himmel. Zum Spielende gegen dreiviertel Neun 18,5° C.

    Das Spiel begann, wie das gegen Köln, grauenvoll, verunsichert, unterlegen, allerdings mit einem Unterschied. Härtel ließ die technisch überlegenen Gäste ein Kleinklein aufziehen, aber etwa zehn Meter vor dem Strafraum hart zupacken. Das führte dazu, daß die Ostwestfalen gefälliger agierten, aber auch in Schönheit starben. Das ist die Erfolgstaktik vom Beginn der letzten Saison. Es gab KEINE hundertprozentige Torchance für die Gäste, weil sie eben nicht dazu kamen, diese in der torgefährlichen Region zu kreieren, was aber daran lag, daß unser Abwehrverbund das nicht zuließ. Unser Spiel war zwar nicht auf Konterfußball angelegt, aber auf Konterlifußball, bedeutet, Beck, Pulido und Tarek standen in den Startlöchern, fanden aber keinen, der sie fütterte. Ein placierter Linksschuß Becks aus etwa 25 Metern brach dann den Bann. Fortan mußte sich Paderborn ein wenig weiter nach vorn orientieren. Das behagte unseren tiefhängenden DM-Spielern sehrlichst; sie erhielten nunmehr zehn Meter mehr Spielraum im Rücken des Gegners, was ihrem Langpaßspiel entgegenkam. Daß aber ein Standard den zweiten Treffer einleitete, kann auch Glück gewesen sein. Oder Wahrscheinlichkeit. Jedenfalls stand Beck richtig, der Ball fand seinen Weg ins gegnerische Tor. Reingeommelt. Paderborn agierte wie eine Plan-A-Mannschaft, deren Plan-A nicht funzt. Mir rille. Aber Spielintelligenz geht anders. Der Drops war gelutscht, die Messe gesungen, Schaulaufen. Am Ende belohnte sich Beck für seine sehr gute Leistung mit einem erzwungenen Elfmeter. 3:0. Wir rocken das Feld von hinten.

    Zur Einzelkritik:
    Glinker mit guter Leistung. Hielt seinen Kasten sauber. Mußte zwar keine Glanzparade abrufen, aber doch einige Male aufpassen. Verbessertes Timing beim Herauslaufen und Abschätzen der Spielsituation. Schnelle Umkehrspielversuche, die aber noch entwicklungsfähig sind. (2,5)
    Handke stark verbessert. Wirkte heute wie zu den Zeiten, als seine Körpersprache signalisierte: Du kömmst hier nicht durch. Auch gut im Aufbauspiel. Vieles gelang. Leistung bitte stabilisieren! (2) Hennecke mit etlichen Fehlpässen im Spielaufbau und anfangs großen Problemen, die richtigen Räume zu besetzen oder zu erlaufen. Biß sich im Laufe des Spiels mit wachsender Mannschaftsleistung in der Defensive fest und spielte solide. (3,5) Butzen mit angezogener Handbremse. Das war richtig, denn die Null muß erst einmal stehen, bevor man angreifen kann. Brachte sich auch bei wachsender Mannschaftssischerheit selten ins Offensivspiel ein. Aber die Null stand. (3) Sprenger mit etlichen laschen und pomadigen Abschnitten. Schaufelt und stippelt mir den Ball zu oft. Knochenbrecherpässe zum Mitspieler. Aber seine Seite hielt er sauber, insofern gut. (3,5)
    Brandt wieder mit etlichen leichten Fehlern, Fehlpässen, aber in einem Punkt grandios-gut: in der spielentscheidenden Zone in unserem DM-Bereich ließ er nichts anbrennen, stellte die Räume zu und eroberte und behauptete Bälle. Daß sein Paßspiel lausig ist, ist eben so. Eben deshalb kömmt ja auch seit Jahren der Ruf nach einem Paßgeber bewegter Bälle. Bei den ruhenden Bällen heute verbessert. Einer führte zur Vorlage zu einem Tor. (2,5) Löh durchwachsen. Arbeitete gut gegen den Ball, war aber nicht in der Lage, konstruktiv zu spielen. (3,5) Tarek mit Leistungssteigerung, aber nicklig und unstet. Auch heute wieder kein eigener Abschluß und kein Paß für eine Torchance. Aber er hatte heute etliche gute Szenen, in denen er sich sozusagen um den Gegenspieler herumwand. letztlich wie die Spieler von Paderborn: brotlos. (4) Pulido ähnlich, aber mit mehr Zug zum gegnerischen Tor. Ich habe ihn immer im Verdacht, daß er nur abspielt, weil er muß oder weil er davon ausgeht, den Ball wieder zurückzubekommen. Extrem ichbezogen. Nicht mein Fall. (4,5) Schwede mit guer Leistung für die Mannschaft. In etlichen Aktionen scheinbar unglücklich, aber das bewirkte Verunsicherung beim Gegner. Immer den Mitspieler im Auge und dabei zugleich mit Zug nach vorn. Ich sehe hier Potential. (3)
    Beck okay. (1)
  5. Avatar von aerolith
    FCM vs. F/M 1:2 n.E.
    24400 Zuschauer, bedeckter Himmel, 22° C.
    Katastrophale Schiedsrichterentscheidungen. Da kann man Grundfragen bekommen. Abgesehen davon, daß ein Schieri der ersten Liga pfiff, Frankfurt die Zentrale des DFB bildet und es sicherlich keinen Bonus für einen Drittligisten gibt, waren drei gravierende Fehlentscheidungen spielentscheidend:
    1. ein klares Handtor wurde für den Erstligisten gegeben - und das nach langer Überlegung beim Schiedsirichter!;
    2. ein klares Foul im Strafraum der Hessen wurde dem FCM versagt (der Schieri verlegte das Foul nach außerhalb) und
    3. Hasebe bekommt für einen Ellenbogenschlag kurz vor Ende keine zweite gelbe Karte, obgleich der Schieri die Tat als Foul ahndet.

    Die vielen kleinen Fehlentscheidungen nenne ich jetzt gar nicht. Sie folgen dem DFB-Verdikt, daß in mutmaßlichen Zweifelsfragen immer GEGEN die kleine Mannschaft gepfiffen werden soll, denn wirtschaftlich ist es interessnter, die große Mannschaft eine Runde weiter zu wissen. Kapitalismus. Westen. Scheiße. Da brauchen sich die mehrheitlich linksgrünen Eintracht-Fans gar nicht aufzuplustern und gegen den DFB zu positionieren, sie sind Nutznießer dieses Systems, sofern sie gegen uns oder eine andere Mannschaft spielen, die niedrigerklassig angesiedelt ist als sie selber. Pfeifenköppe.
    Doch neben diesen Fehlentscheidungen war ein konstruktiver Fehler in unserem Spiel ausschlaggebend für die Niederlage: wir haben keine Struktur in unserem Spiel, jedenfalls keine gegneradaptive. Es gelang uns nicht, wie in den Ligaspielen zuvor auch nicht, im Mittelfeld den Ball präzise zum eigenen Mann zu bringen. Wir brauchen unbedingt jemanden, der auf den Ball treten kann. Müller ist es nicht. Besonders augenscheinlich war das im Spiel mit eilf gegen zehn. Statt den notwendigerweise freien Mann zu suchen und systematisch die mental platten Hessen in ihre Hälfte zu drängen, blieben wir bei unserer Spielweise, die dann erfolgreich sein kann, wenn unser Stoßstürmer im Vollbesitz seiner Kräfte ist, und spielten ein Hoch und Weit, das bei Spielertypen wie Exslager und Tarek schlichtweg wenig erfolgreich bleiben muß. Der Trainer hätte andere Spieler bringen sollen, die den geradlinigen Ball pflegen. Ich haue jetzt nicht drauf, obgleich mir der Kamm geschwollen.

    Zur Einzelkritik:
    Zingerle akzeptabel. Allerdings zu viele Bälle zum Gegner. (3)
    Handke mit Stellungsfehler vor dem Gegentor. Brachte sich gut in unser Offensivspiel ein. Stand nach dem Gegentor sicher und ließ nichts zu. (3) Puttkamer schwach. Wenig Sicherheit hinten, schwach im Spiel nach vorn. Alibipässe. (5) Sprenger mit guter Raumspiel. Unauffällig. Ließ nichts zu und wirkte souverän. Ohne Akzente nach vorn. (3) Butzen mit zahlreichen Fehlpässen bei der Spieleröffnung. Unpräzise Flanken, wenig Raumgreifendes. Hatte seine Seite aber im Griff. (3,5) Hammann stand hinten gut und brachte einige Pässe gut zum Mann. Das Tor war kein Zufall. Er setzte den zweiten Freistoß schlichtweg etwas höher an als den ersten aus ähnlicher Position, der geblockt worden war, und konnte mit einer Abfälschung rechnen. Hoffe, daß sich inner Liga jetzt auch bessere Standards ergeben. (2,5)
    Schwede mit guten Aktionen, aber auch etlichen Fehlern im Defensivverhalten. Kann kaum glänzen, weil ihn keiner schickt, um Flanken zu schlagen. (3) Löh oft zu spät. Klassenunterschied erkennbar. Setzt Kopfbälle oft zu hoch an. (4) Brandt ohne spielgestaltende Kraft und schwacher Defensivleistung. Kam zu oft den halben Schritt zu spät. (5) Pulido eigensinnig. Logisch, daß ein Spielertyp wie er, der sich im Interview Erstligisten anbietet, den Ball nicht zum besser postierten eigenen Mann abgibt, sondern selber glänzen will. (5,5)
    Beck hing in der Luft, biß sich aber durch und war ein Unsicherheitsfaktor für die Hessen, die sich auf ihn konzentrierten. Hätte als Kapitän eine klare Ansage an Pulido aussprechen müssen. (3,5)
  6. Avatar von aerolith
    Nachlese zum Pokalspiel:
    Drei Dinge werden nachbetrachtet werden müssen:

    1. Wie kamen Böller, Raketen und Pyrotechnik ins Stadion? Vor allem in Hinsicht auf die Einfuhr von Raketen muß hier genau untersucht werden, denn die sind nicht unter dem Sack reinzuschmuggeln.
    2. Warum gelang es unserer Mannschaft nicht, ein Überzahlspiel zu organisieren?
    3. Was steckt hinter den Forderungen zahlreicher "Einheitsfrontler", die Fans des FCM zu vereinheitlichen?

    Ich möchte nur einige Worte zum dritten Punkt sagen.
    Ich kann den Wunsch der politisch-korrekten Besucher, der mit Sicherheit die Systemparteien wählenden Anhängerschar verstehen, die hinter jeder Normabweichung Hochverrat wittert, dem Leben eh ängstlich begegnet und der Sicherheit immer vor den Rechten anderer kommt, die den Weg der Ordnung und Selbstgerechtigkeit geht und alles verurteilt, was diesen Weg nicht mitgehen will. Diesen Besitzbürgern sei mitgeteilt, daß der Fußball die große integrative Kraft in unserer Gesellschaft ist und es viele Wege gibt, Fußball zu erleben. Ein klares Nein gegen die, die mit Raketen auf ihre Kontrahenten schießen, aber aus welchem Block kamen diese Salven? Doch nicht aus dem so verhaßten "Naziblock", sondern aus dem der linken "Eintrachtler". Und selbst, nachdem die Ordnungskräfte ein Türchen öffneten und aufgrund des Geballers in ihrem Block verängstigte Eintracht-Fans samt ihren Kindern durch den verhaßten "Naziblock" führten, griffen diese "Bösmenschen" ihre "Feinde" nicht an. Das sollte allen zu denken geben, die in dem "Naziblock" (Block 12) den negativen (!) Kern der FCM-Anhänger mutmaßen.
    Das ist das eine; das andere ist mir ebenfalls Herzensangelegenheit: Ich mache keinen Hehl daraus, daß mir der BFC sehr unsympathisch ist und es mir Brechreiz verursacht, wenn ich unser Logo mitsamt dem des BFC auf einer Fahne oder ähnlichem sehe. Als Historiker allerdings respektiere ich die Geschichte. Und manchmal verbinden sich die Feinde gegen einen noch größeren. Der noch größere war anfangs der 90er Jahre der Kapitalismus, der den ostdeutschen Fußball ausschlachtete. Die jetzt so laut mit Hurragebrüll ins Stadion wudelnden Familienväter und -mamis sind nicht der Kern des FCM, nicht der Kern des Fußballs überhaupt. Sie sind das Sahnehäubchen. Sie sind entbehrbar in Hinsicht auf die Existenz unseres Vereins. Denn sie kommen nur im Erfolgsfall, um Spaß zu haben und ihre Kinder zu beschäftigen. Alles ehrbar, aber nicht substantiell wichtig für den Verein. Und schon aus diesen Gründen sollte jeder, der es ehrlich mit dem FCM meint, auch diejenigen als ehrliche Fans des Vereins begreifen lernen, die, na, sagen wir mal, intensiv erlebnisorientiert die Spiele besuchen und denen Gepose, Provokation und ein recht einfaches Weltbild Selbstverständnis ist. Auch für sie gilt die Stadionordnung, aber Gepose und Provokation des Gegners sind Bestandteile des Sports. Ja, denn es gibt unendlich viele Möglichkeiten, den Gegner zu provozieren: taktisch, verbal, gestisch, mimisch... Wo will man da die Grenze ziehen: am Ende kann ein Augenrunzeln als Provokation gedeutet werden. Das bedeutet nicht, daß verfassungsfeindliche Symbolik gestattet sein darf, aber es bedeutet, daß man die eigenen Anhänger nicht zu personae non gratae erklären sollte, nur weil sie einem unsympathisch sind...
  7. Avatar von aerolith
    FCM vs. MSV Duisburg 1:2
    15800 Zuschauer, zu Beginn 18:30 Uhr 35° C, wolkenloser Himmel, ein bißchen Wind

    Die Anfangsaufstellung war das Ergebnis umfänglichen Studiums des Gegners. Oh la la! Da verpißte sich Exslager bei unserem Angriffsspiel immer hinter dem Mann, bot sich nicht zum Doppelpaß an und war zu langsam, um seinen Gegenspielern zu entwischen. Es gab anfangs kein OM-Spiel. Das Ergebnis waren lange Bälle ins Nichts, was aber nur zum Teil an den kaum präzise gepaceten Pässen lag, sondern zum Hauptteil an falsch stehenden Angreifern. Ein einziges Mal kamen wir inner ersten Halbzeit in eine aussichtsreiche Position und hatten Glück, daß dem gegnerischen Torhüter Becks Schuß durch die Hosenträger rutschte. Doch statt jetzt hinten Beton anzurühren und Konterspiel zu entwickeln, blieb unsere IV löchrig und standen unsere DM-Spieler schlichtweg zu weit vom Gegner entfernt, brachten auch die Außenspieler keine Bälle durch, weder im Zusammenspiel mit Mittelfeldspielern noch im Sturmlauf über die Außenräume. Daß unsere Gegner stärker im Mittelfeldspiel sind, ist uns seit längerem bekannt. Das muß aber nicht spielentscheidend sein, im Gegenteil. Es kann durchaus ein taktisches Mittel sein, den Gegner sein Kleinklein aufziehen zu lassen, wenn wir dagegen unser Spiel durchbekommen, also schnelles Spiel über die Außen und präzise Flanken auf unseren Mittelstürmer, gegebenenfalls Verwertung zweiter Bälle durch Nachrückende. Doch von all dem war in der ersten Halbzeit nichts zu sehen. Die individuelle Unterlegenheit wurde nicht durch MannschaftsDisziplin ausgeglichen und wenn eben im DM-IV-Bereich die Abstände zwischen den Verteidigern zu groß sind und es keinen Ballschlepper im MF-Bereich gibt, der die Leute dann auch mal stellt, also auf den Ball treten kann, um Gegenspiel überhaupt zu initiieren, sieht das so aus wie in Halbzeit I. Die Auswechslung von Puttkamer und Exslager konnte ich nachvollziehen. Pulido spielte eine Klasse besser als zuletzt. Müller hatte Momente, blieb aber insgesamt zu ungefährlich, denn in der spielentscheidenden Zone kam nichts zustande. Duisburg kam in Halbzeit II aber nicht mehr dazu, das überlegen geführte Spiel der ersten Halbzeit aufzuziehen, was an der zunehmenden Intensität unseres Spiels lag, jedenfalls kurzzeitig. Erschreckend allerdings war für mich die Erkenntnis, daß wir nicht in der Lage waren, den anfänglichen Druck aufrechtzuerhalten. Nach zehn Minuten inner zweiten Halbzeit war er plötzlich weg. Und wieder das gleiche Problem: ein Führungsspieler fehlt uns, der den Rhythmus bestimmt, die Leute stellt und während des Spiels auch mal die Taktik ändert. Der Trainer hat da zwangsläufig viel zu wenig Einfluß, v.a. dann, wenn er inner Halbzeit schon zwei Mal wechseln mußte. Duisburg machte das routiniert und nahm bei jeder Gelegenheit Zeit von der Uhr. Nervig. Da auch der Schiedsrichter in Zweifelsfällen nicht für uns pfiff, gab es kein mögliches Rot für den gegnerischen Torwart; zudem verpufften die wenigen Chancen, weil der Ball nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte oder schlichtweg der Takt bei unseren Angriffen nicht stimmte, ein halber Schritt da, ein Steckenbleiben im nassen Rasen dort, ein bißchen zu früh, ein bißchen zu spät gestartet... Am Ende hatten wir nichts zuzusetzen und hätten uns über ein Kontertor nicht wundern müssen.

    Zur Einzelkritik:
    Glinker ohne gravierende Fehler. Versuchte schnelles Gegenspiel, aber seine Vorleute ermöglichten das zu selten, weil sie meist mit dem Rücken zu ihm gemächlich in ihre Positionen liefen. (3)
    Puttkamer ohne Koordination, mit schwachem Paßspiel und keinen strategischen Fähigkeiten. Die habe ich von ihm aber schon gesehen. Einige Rettungsaktionen. (5) Handke mit guter Arbeit gegen den Mann. Viele Bälle ins Nichts, obgleich der Adressat oft Beck heißen sollte. Inner zweiten Halbzeit mit einigen Bällen in der spielgestaltenden Zone, was keineswegs schlecht aussah. Wirkt dort aber immer unsicher. (4) Sprenger unauffällig. Ist ein Spieler, der sich dem Mannschaftsspiel anpaßt. Sah keine Fehler, aber auch nichts, was mich ihn loben ließe. (3,5) Butzen zeitweilig in vorderster Front. Das gefiel mir. Versemmelte kurz vor Schluß den möglichen Ausgleich. Angst? Zusammenspiel mit wem? Da hakt es. Exslager bot sich kaum an, mit Müller später besser. (3) Hammann mit etlichen technischen Fehlern und zahlreichen Pässen ins Nichts. Die Länge seiner Bälle stimmte nicht. Ich sah ihn schon viel besser. Einige gute Defensivaktionen. Stand hier ganz gut. (3,5)
    Schwede ohne Wirkung. Wenn die Pässe von hinten schlecht getimt sind, kann er kaum glänzen. Andererseits muß er sich so anbieten, daß er präzise angespielt werden könnte. Und das sah ich von ihm nicht. (4) Löh in Halbzeit II stark verbessert. In der ersten Halbzeit ohne Zugriff und mit schlechter Raumaufteilung. Verlor die entscheidenden Zweikämpfe inner ersten Halbzeit. (4) Brandt ohne Präzision in seinem Spiel. Wirkte anfangs überfordert, biß sich mit zunehmender Spielzeit in die Partie, aber Torgefahr entwickelte er nicht. (4,5)
    Exslager unser schwächster Mann. Zu langsam, ohne technische Finesse, ohne Mitspielangebote an seine Mitspieler. Verpißte sich hinter dem Mann, statt sich beispielsweise bei unseren Einwürfen anzubieten. Ist nicht genau das sein Job, sich anbieten? Spielte er MS oder OM oder Stoßstürmer? Mir wurde das nicht klar? (5,5) Beck mit Tor und einigen Situationen. Trat heute als Kapitän auf. Sollte aber den Schieri in Ruhe lassen und statt dessen den Mitspielern Ansagen machen, auch den Gegenspielern. Das hat größere Wirkung als Techtelmechtel mit einem profilierungssüchtigen Schiedsrichter. (3)
  8. Avatar von aerolith
    Kalle behauptet, wir spielten besser als vergangene Saison...

    Sehe ich nicht so.
    Ich glaube allerdings, daß unser Kader in dieser Saison besser als in der letzten ist und wir mit diesem Kader besser werden spielen können.

    Am Anfang der vergangenen Saison holten wir dank einer grundsoliden Konter-Taktik (und etwas Glück) wichtige Punkte, die uns die gesamte Saison eher leicht absolvieren ließen. Der stabile Deckungsverbund und ein bärbeißiger DM-Bereich ließen jeden Gegner optisch überlegen spielen - brotlose Kunst! -, um ihn dann blitzartig auszukontern, so, oder wir zogen dem Gegner schlichtweg den Zahn durch konsequentes Aufdenfüßenstehen und kamen dann dank einer guten Physis zum Ende hin zum Zuge. Diese Art des Fußballspielens war der Liga dato eher unbekannt. Manch einer beeilte sich zu behaupten, wir hätten glücklich gewonnen und seien in jedem Spiel unterlegen gewesen. Das sind wahrscheinlich die gleichen Leute, die das Spiel Chelseas in deren Championsleaguesiegsaison als unterlegen bezeichnet haben und sich damals verwundert die Augen rieben, wie Chelsea gewinnen konnte. Wir sind nicht Chelsea und wir spielen nicht wie Chelsea. Ich möchte auch nicht, daß wir wie Chelsea spielen. Aber ich mag die leichte Konterstellung am meisten und ich hasse den weibischen tickitacka-Fußball, wie er derzeit als heiliger Gral beschworen wird: Ballbesitzfußball, Ballkreisenlassenfußball, Standardschindefußball und all dieser Brack, der was mit technischer Überlegenheit zu tun haben soll, am Ende aber nur Gähn-Fußball erzeugt, der gut für Klatschpappenheinis ist, mir aber mißfällt. (Vielleicht ist das ja letztlich das Ziel der Vereinsbosse?)
    Für mich hätten wir uns verbessert, wenn Dreieckspiel, Doppelpaß, Flügel- und Flankenspiel verbessert worden wären und ich nicht jedes Mal, wenn der Gegner eine Ecke hat, bibbern muß, weil die Zuordnungen nicht stimmen, ich dagegen bei eigenen Angriffen mich darüber wundere, wie wenig koordiniert die vor sich gehen und wie oft sich die Angreifer entweder in den Gegner verrennen oder sich gar bei eigenen Angriffen hinter dem Gegenspieler verpissen, um bloß keine Verantwortung übernehmen zu müssen. Zudem stehen wir bei gegnerischem Angriff grundsätzlich nie auf Konter und haben dann auch kein Umschaltspiel entwickelt, so daß einem unser Torwart schon leid tun kann, denn wen soll er schnell anspielen?

    Daran muß gearbeitet werden und vielleicht mal geradlinige Spieler zum Zuge kommen, die Doppelpaß spielen können und das nicht mit sich selber tun.

    Die Genesung und Aufstellung Schillers weckt in mir die Hoffnung, daß wir hinten wieder Ruhe reinbekommen. Ich hoffe, daß Düker im Sturmzentrum den guten alten Doppelpaß benutzen darf und daß Kath den Flügel als Spielfläche erkennt.
  9. Avatar von aerolith
    Ein durchwachsenes Spiel, das auch 4:6 hätte ausgehen können. Die Westfalen besaßen Zug zum Tor und trafen auf eine wenig organisierte ostfälische Abwehr. Es war nur eine Frage der Zeit, bis es bei uns einschlagen würde. Schillers Bemühungen, die linke Seite zu schließen, waren nicht immer von Erfolg gekrönt. Hammann kam einige Male zu langsam zum Ball und Handke stand nicht immer richtig. Da auch Brandt im DM-Bereich zu oft zweiter Sieger blieb und Sowislo das Gegenspiel nur mangelhaft organisierte, konnte unser Heil nur im geradlinig vorgetragenen Angriffsspiel aus dem OM-Bereich liegen. Müller zeigte heute Formverbesserung und spielte weitgehend geradlinig. Pulido war nur am Anfang zu sehen und blieb dann blaß. Aber er kam heute einige Male zu Fall und hatte den Schiedsrichter auf seiner Seite, so daß drein der Standards zu Toren führten. Hätten wir Kontergegenspiel entwickelt, wären die Westfallen heute abgeschossen worden. So aber blieb das Spiel in der Schwebe und wurde erst zum Ende hin eine deutliche Sache für uns. Mit dem eingewechselten Schwede bekamen wir Gegenspiel auf links und Düker brachte in unser Angriffsspiel mehr Ballsicherheit. Da konnte Beck dann auch einige Bälle liegenlassen, die er eigentlich hätte machen müssen. Das Zeitgeschinde zum Ende hin möchte ich nicht von meiner Mannschaft sehen. Das ist weibisch und unser unwürdig. Geht aufs vierte Tor oder spielt hinten herum, aber laßt das Gewürge an den Eckfahnen! Das ist die Spielweise von Verlierern.
    Ich möchte den Sieg heute einen Sieg des Willens nennen, der gegen keineswegs kampfesmüde Westfallen errungen wurde. Eine Qualitätssteigerung war kaum zu erkennen, wohl aber der Wille, den Platz als Sieger verlassen zu wollen. Viel Arbeit.

    Zur Einzelkritik:
    Glinker hält nach wie vor keine Unhaltbaren. Gegenspiel heute mäßig. Machte aber auch keine Fehler. (3)
    Schiller mit starker Willensleistung, aber nicht der Souveränität, die ich von ihm schätze. Anfangs mit gutem Paßspiel, später dann kein Paßspiel mehr. Tor! (3) Handke stand anfangs einige Male schlecht und kam nicht gut zum Ball. Mit vereinten Kräften aber dann doch oft genug Sieger. Unterließ heute das Fehlgepasse und brachte die Bälle meist sicher zum eigenen Mann. Tor! (2,5) Butzen wurde mir heute zu oft ausgespielt. Erst zum Ende hin besser und mit der Dynamik, die ich von ihm sehen woill. (3) Hammann mit wechselhaftem Spiel. Wurde überlaufen, stand einige Male aber auch goldrichtig, antizipierte gut. Seine Freistöße sitzen wieder. (3)
    Pulido anfangs geradlinig, dann mit den üblichen Indenmanndrehern. Spielte aber nicht so nicklig, wie ich das schon kritisieren mußte. Einige Situationen, wo er hätte abspielen können, einige unnötige Ballverluste, aber eindeutig verbessert. (3,5) Sowislo mit Anfangsschwierigkeiten. Fand besser ins Spiel, wie wir das von ihm kennen, brachte aber zu wenig Ruhe in unser Aufbauspiel. (4) Brandt auch heute glücklos, aber nicht so schlecht wie zuletzt. Eigentlich ein Spiel nach seinem Geschmack, denke ich. Wirkte auch nicht fehl am Platze, aber gut war er auch nicht. Zu viele Ungenauigkeiten, zu wenig Ruhe am Ball und zu selten mit dem Blick für den eigenen freien Mann. Ich erwarte von unserem 6er Pässe über 40 Meter in den Fuß des eigenen Mannes. So einfach ist das. (4,5) Müller geradlinig und bissig. War heute bester Mann in unserem Offensivspiel. Wirklich torgefährlich ist er nicht. (2,5) Ernst formverbessert, aber glücklos. Spielte mit Müller manierlich zusammen. Die müssen sich auch zusammenraufen und unser Gegenspiel initiieren. Dreht sich nach meinem Geschmack zu oft um die eigene Achse udn geht zu oft quer. Eigentlich mag ich das. (3,5)
    Beck mit zahlreichen unterlassenen erfolgreichen Abschlüssen. Ich würde ihn gern mal HINTER Düker sehen. (4)
  10. Avatar von aerolith
    Magdeburg gegen Bremen II 2:0
    Tore: Sowislo, Tarek
    Zuschauer: 12300
    17° C, milder Herbstabend mit anfänglichem Sonnenschein, dann finster

    Das Geburtstagsspiel für meine Tochter Judith fand den gewünschten Ausgang. Danke schön! Wir standen hinten gut, brachten aber in unser Angriffsspiel keine Struktur und v.a. keinen Ball zum eigenen Mann. Das typische Kleinklein der Mittelklassemannschaften im deutschen Profifußball, die sich neuerdings allesamt über Ballbesitz definieren und ohne erkennbaren Stilunterschied von hinten übers Mittelfeld bis ins Zentrum den Ball spielen wollen, kam uns entgegen. Wir standen tief und ließen die Bubis machen. Nach zwanzig Minuten Schaulaufen ruckten wir an und setzten uns in deren Hälfte fest. Ein scheinbar harmloser Ball ging rein. Wir gingen wieder zehn Meter zurück und bissen dann. So will ich das sehen. Die Bremer hätten wohl noch Stunden ihr langweiliges, aber ansehnliches Kleinklein zelebrieren können, es wäre wohl nichts passiert. Glinker hielt, was dann doch mal gefährlich hätte werden können. Ärgerlich an unserem Spiel waren die Ungenauigkeiten im Zuspiel, die zuweilen auftretenden Lücken auf den Außenposten, v.a. rechts. Gut waren das Quergehen Schwedes, das Liberospiel Hammanns und der verbesserte Brandt, der heute ein gutes Defensivspiel zeigte. Glinker gab Sicherheit, die Raumaufteilung war befriedigend. Einmal fehlte Butzen rechts, was beinahe schiefgegangen wäre. Einmal griffen wir zu spät hart an, aber das System war gut und funktionierte. Ich hatte nicht wirklich Angst, daß wir ein Gegentor hätten fangen können. Der eingewechselte Tarek, der trotz großartigen Kampfes zwanzig Minuten wie Falschgeld auf dem Platz herumlief, gewann einen entscheidenden Zweikampf in unserer Hälfte und hatte das Glück des Tüchtigen, daß sein Sechzigmeterinnenriststoß nach langer Reise gegen den gegnerischen Innenpfosten stieß und ins verwaiste Tor trudelte. 2:0. Deckel drauf. Jubel. Ende. Bremen steigt ab, wir auf.

    Zur Einzelkritik:
    Glinker hielt, was zu halten war und brachte den Ball meist zum eigenen Mann. Zwei sehr gute Paraden. (2)
    Sprenger mit passablem Defensivverhalten, etlichen Fehlpässen, aber gutem Stellungsspiel. (3) Hammann als Libero. Stand gut, dirigierte das Defensivverhalten und besaß eine erstaunliche Dynamik im Vorwärtsgang. Gutes Paßspiel. Könnte als Taktgeber agieren! (2) Handke sicher. Warf heute noch ein paar Meter weiter als zuletzt. Seine Mitspieler schienen überrascht!? Da muß man Absprachen treffen, damit der Ball beim Mitspieler landet. (2,5) Butzen mit einigen taktischen Fehleinschätzungen. Dynamisch und gut am Mann. Besser als zuletzt. Aber da will ich mehr sehen. (3)
    Schwede mit guter Leistung. Besitzt eine gute Dynamik, die ich von Butzen auch schon sah. Er sollte links, Butzen rechts marschieren, alternierend auch quergehen. Das ist deutsches Spiel, ein Abbild unserer Philosophie, die das System so durchdrischt, daß das Quergehen das neue System bedeutet, die Negation (Außenposten) als Negation (Mittelposten) auffaßt und zum Positiven modelt, dem erfolgreichen Sprint eines Außenbahnspielers durch das Mittelfeld eines verwirrten Gegners. Weiter so! Sein trotziges Siehste! nach dem 2:0 richtens bremer Bank habe ich gesehen. Fußball ist eben vor allem Emotion. (1,5) Brandt verbessert. Stand heute gut und hatte oft das erste Bein am Ball, war die Eisenfußverteidigungslinie. Im Spiel nach vorn besser als manch anderer, aber lange nicht gut. (3) Sowislo zu oft nur zweiter Sieger, aber bärbeißig in seiner eher langbeinig-pomadig wirkenden Art ein stetes Ärgernis für den Gegner. Kein Glückstor, aber etwas glücklich war das schon. (3) Ernst unsicher, fehlerhaft und unglücklich. (5) Pulido etwas besser, aber ohne jedes Gespür für die Spielsituation. Ich befürchte, er wird das auch nicht mehr lernen. Einer meiner Nachbarn fragte in einer Situation laut: "Wo willer denn nur hin?" Das fragte ich mich manchmal auch. Ohne Paßspiel, ohne Torvorbereitung, ohne eigenen Torschuß. (4,5)
    Beck unglücklich und verhaspelt. Wirkte auch verunsichert. Sollte sich auf das beschränken, was er gut kann: auf Chancen im gegnerischen Strafraum lauern. (4,5)
  11. Avatar von aerolith
    Das richtungsweisende Spiel gegen die Rheinhessen aus Wiesbaden gewannen wir 3:0. Das Spiel war zerfahren. Gut so. Zerfahrene Spiele entscheiden wir meist für uns. Es ist die alte Taktik: zerstöre das Spiel des Gegners, mach ihn mürbe und setz dann durch schnelle Leute Gegenstöße! So mote we do. Sowislo und Löh übernahmen den wichtigen Part des Stiesels, ließen kein gegnerisches Spiel in den spielgestaltenden Zone zu. Schiller und Hammann im IV-Bereich übernahmen die Konkursmasse des Rheinhessengewürges und brachten Gegenspiel auf den Weg. Die Außen kamen nicht ins Spiel, bewirkten aber eine zerfaserte Grundstimmung, die etwa so aussah: Ballgewinn FCM, Gegenpaß, Fehlpaß, Ballgewinn Wehen, Gegenpaß, Fehlpaß, Ballgewinn FCM... Ein Drehrumbumm-Spiel. Als dann doch mal ein schneller Gegenstoß außen durchkam, konnte einer der unbeweglichen Riesen in Wehens Abwehr den Ball wieder mal nicht kontrollieren, was im eigenen Rückwärtsgang immer eine gefährliche Sache ist. 0:1. Wir machten nicht den Fehler und wuschen nach, sondern ließen den Ball jetzt langwieirig in den eigenen Reihen hintenherum zirkulieren. Kluk. Nach der Pause war mit Schaumträgern im Gegnerdreß zu rechnen. Genau. Also Konterfußball. Ein Kontertor über den heute guten Pulido und Beck und ein Kontertor über den heute beinahe sehr gut spielenden Pulido brachten die Tore zwei und drei. Wehen war der Zahn gezogen. Der Rest war Schaulaufen und Selbstbeschimpfung unter einigen Rheinhessen.
    Richtungsweisendes Spiel gewonnen. Jetzt kömmt der nächste Schritt, ein Spiel um den Anschluß an die Spitzengruppe. Ein Sieg gegen Kiel bringt uns in die Nähe der Aufstiegsplätze. Gehen wir es an!
  12. Avatar von aerolith
    FCM vs. Kiel 1:0
    15200 Zuschauer, Niesel, 15° C
    Tor: Beck

    Ein rassiges Spiel mit einem verdienten Sieger. Die Holsteiner mit sehr guter Spielentwicklung (ohne Kleinklein!) und zielstrebigen Angriffen aus allen Mannschaftsteilen, aber mit Indolenz vor unserem Kasten. Besser is. So spielen sie um den Aufstieg mit, den ich ihnen für die nächste Saison gönne. Spielentscheidend war unsere Bissigkeit im DM-Bereich, unser Hase-und-Igel-Spiel. Ich konnet die kieler Spieler förmlich jammern hören: "Biste schon wieder da?" Ja. Einmal ausgespielt, zweimal ausgespielt, aber unsere Leute standen immer wieder auf und stellten sich den technisch besseren Gegnern, die ihr Pech (?) nicht fassen konnten. Auch der wahrscheinlich vom Trainer verordnete Rhythmuswechsel nach der Pause half da nicht, im Gegenteil, es war der falsche Ratschlag, denn plötzlich bekamen wir spielerisch Oberwasser, stellten die Räume zu und konnten selbst das vorzügliche kieler Paßspiel durch Kampf ausgleichen. Unsere Angriffsbemühungen waren während des ganzen Spiels sichtbar. Es gab zielgerichtetes Aufbauspiel, wenngleich der letzte Paß nicht saß, sah das doch schon sehr viel besser als am Anfang der Saison aus. Löh wirkte sicherer am Ball, und Sowislo weiß einfach, wo er hinlaufen muß. Nur Butzen und Schwede fielen ein wenig ab, kamen zu selten in Offensivaktionen. Die Abstimmung zwischen den drei Innenverteidigern und den bei gegnerischem Angriff zurückweichenden Außenspielern funktionierte. Es wurde gut verschoben. Hammann brachte in die Bälle die richtige Länge und zeigte ein fulminant antizipierendes Verteidigungsspiel; Schiller spielte sehr sicher von hinten und Handke tauchte sogar einige Male vorn auf, was für die Sprotten brandgefährlich wurde, denn den hatten sie offenbar nicht auf der Rechnung. Ein zielstrebiger Angriff unserer rechten Seite, eine präzise Flanke auf Beck, der einnetzte, entschied das Spiel. Und da war's nur noch ein Punkt bis zum Aufstiegsplatz!

    Zur Einzelkritik:
    Glinker hielt uns in der ersten Halbzeit im Spiel. Wie immer mit schleppender Spieleröffnung. (2,5)
    Schiller strahlt die Sicherheit aus, die wir für unsere Verteidigung brauchen. Schwächen im Spiel nach vorn, aber nur dann, wenn er Angriffe initiieren wollte. (3) Hammann bärenstark. Stand immer richtig, gewann die meisten wichtigen Zweikämpfe und paßte prima. (1,5) Handke mit aufsteigender Tendenz. Stand meist richtig und brachte sich gut in unser Offensivspiel ein. (2,5) Butzen hatte zu tun, war aber gut im Spiel. Bravouröse Rettungsaktion kurz vor Schluß auf der LV-Position! Einmal mit Glück, daß der schwache Schiedsrichter mal einen lichten Moment besaß. Ich will mehr von ihm im Offensivspiel sehen. (3) Schwede nicht so dynamisch wie zuletzt, aber manierlich. Einige ungenaue Zuspiele. Möchte hier gern mehr System bei den Angriffen über links erkennen können. Raumprobleme lösen! (3,5)
    Sowislo mit starker Leitungsleitung im DM-Bereich. Er war der Igel, der immer schon da war! Brachte auch Aggressivität in unser Angriffsspiel und gab den Rhythmus vor. Gern öfter. (1,5) Löh mit seiner besten Saisonleistung. Wirkte sicher am Ball, gewann etliche Kopfbälle und paßte gut. Wenn er jetzt noch einen Platz zum Torschuß fände, wäre ich zufrieden. (2)
    Pulido nicht so eigensinnig wie sonst. Pech mit dem Pfostenschuß. Nimmt eine gute Entwicklung, ist aber noch lange nicht da, wo er sein könnte. (3) Müller mit etlichen technischen Fehlern, verhaspelten Angriffsbällen und mehr Schatten als Licht. Ließ sich fallen und brachte Dynamik in unser Angriffsspiel. Etwas besser als zuletzt, aber seine Verpflichtung sehe ich immer noch kritisch. (4)
    Beck mit gutem Einsatz, einigen überflüssigen Meckereien, etlichen unglücklichen Aktionen, aber dann da, wo er sein soll. (3)
  13. Avatar von aerolith
    Ich will bloß hoffen, daß sich unsere Mannschaft samt Trainer nicht von den Tiraden der Aushämischen beeinflussen läßt, die unter Fußball offenbar ein Ballbesitzspiel verstehen und alle anderen Formen ridikülisieren. Wir haben wieder unsere Spielweise vom Beginn der letzten Saison gefunden und in Teilen verbessert. Zwar ist noch einiges bei unserem Außenspiel zu tun (v.a. in Hinsicht auf die Organisation der Laufwege), aber die Substanz - eine stabile IV, ein bärbeißiges DM und ein Stürmer, der weiß, wo er wann stehen muß - wird auch weiters Erfolge erzeugen. Die anderen Mannschaften mögen ihr Kleinklein pflegen und das für der Weisheit letzten Schluß halten. Wir heften uns an ihre Waden, machen sie mürbe und schlagen dann zu. Mir gefällt das sehrlichst.
  14. Avatar von aerolith
    Der Fußball besitzt hierzulande neben der unterhaltenden Funktion v.a. eine soziale Komponente. Er verbindet Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten über die gemeinsam durch äußere Uniformiertheit zur Schau getragene Gemeinsamkeit. Diese ist beabsichtigt und Kern der freiwilligen Verbindung. Ebenso gehören die Anderen (sic!) zu dieser Kooption des Willens. Diese "Anderen" sind meist Konkurrenten, gar Feinde. Sie gehören notwendigerweise zur Kostümierung, die Reviere markiert, Machtverhältnisse statuiert und eben anzeigt, wer wozu gehören will. Manchmal prallen die Verfeindeten aufeinander, da mag der Sturmwind stille stehen, aber meist bleibt er das nicht. Er weint dann ein untröstlich Lied, ein garstig Lied von der Unverträglichkeit dieser jeweiligen Willensakte, nach einer Begegnung ungeschoren nach Hause zu kommen. Man sagt einander nicht farewell, sondern schleicht sich grußlos davon, so es dazu kommen kann. Manchmal enden Begegnungen mit den "Anderen" auch tötlich. Das ist nur eine Frage der zeit, bis eine ausweglose Situation für den einen oder anderen eintritt. Dann wird die Trauer vorerst bleiben, später aber ANDEREM weichen. Davor ist mir bange.
  15. Avatar von aerolith
    FCM - FC Karl-Marx-Stadt 2:4
    17700 Zuschauer, 7° C, diesig
    Tore: Beck, Sowislo

    Das Spiel auf glischigem Boden (Kann vielleicht mal jemand dem Platzwart Bescheid stoßen, daß wir mit Beck einen großen MS haben, der auf nassem Geläuf nicht gut zurechtkommt?) fand einen verdienten Sieger, der die ersten, vom FCM schläfrig und zugleich verdaddelten Minuten zu einem beruhigenden Vorsprung nutzte, den unsre Mannen nicht wieder aufholen konnten. Härtel blieb seinem unsäglichen Rotationsprinzip treu und brachte mit Tarek, Müller und Wassim drei Leute, die allesamt enttäuschten. Bei der Verlesung unserer Aufstellung schwante mir schon nichts Gutes. Müller spielte verquer, fand keinen Rhythmus und wirkte wie ein Fremdkörper in der Mannschaft. Tarek hat als Außenverteidiger ein zu unruhiges Ballverhalten, spielt ungenau und bringt so von hinten heraus schon Unruhe in unser Spiel. Wassim hat ein für den Profifußball nicht ausreichendes Taktikverständnis und steht zu oft falsch, sowohl vorn als auch in der Rückwärtsbewegung. Seine Schnelligkeit überspielt da manches, doch da seine itzigen Gegenspieler auch keine heurigen Hasen sind, wirkt sich sein in unteren Spielklassen offenkundiger Schnelligkeitsvorteil in unserer Liga nicht aus. Augenscheinlich war, daß die Sachsen eingespielt wirkten und den halben Schritt schneller zum Ball kamen. Härtels Konzept eines 23-köpfigen Teams, bei dem jeder jeden ersetzen kann, ist überdenkenswürdig. Ich halte nichts davon. Ich bin für klare, aber offene Hierarchien. Wer oben an steht, muß durch Leistung seinen Platz behaupten. Wenn alle über einen Kamm geschert werden, muß das dem Spiel der Mannschaft schaden, weil die Orientierungspunkte fehlen, die nun mal durch Typen fixiert werden sollten und nicht durch ein System, bei dem der Einzelspieler auf dem Niveau X nur funktionieren muß. Schöne neue Welt - ich grüße Dich.
    Als wir dann endlich ins Spiel fanden - nach den Einwechslungen - war es zu spät. Zwanzig Minuten mehr Zeit, dann hätten wir den Platz als Sieger verlassen. So aber... Glückwunsch nach Sachsen!

    Zur Einzelkritik:
    Glinker hielt einige harte Schüsse, stand aber zu oft allein gegen den Mann. (3)
    Tarek mit technischen Mängeln, unruhigem Spielaufbau und zahlreichen Abspielfehlern. (5) Schiller ohne Impulse für unser Aufbauspiel. Konnte der Hintermannschaft keine Ruhe verschaffen und stand oft falsch. (4) Hammann mit gutem Paßspiel nach vorn. Lief hinten vieles ab, stellte seine Verteidiger aber nicht gut. Nölte mit den Schiedsrichtern, was ich immer als Zeichen der Schwäche empfinde, denn Schiedsrichter sollten Luft sein. Gegenspieler aber nicht. (3,5) Butzen nutzte den weiten Raum rechts zu selten und zog dann oft in die falsche Richtung. Stellte seine Seite auch nicht zu. (3,5)
    Schwede okay. Ließ den letzten Drang nach vorn vermissen und biß auch defensiv eher lau. Die Abstimmung kann sich allerdings auch kaum entwickeln, wenn keiner so recht weiß, wo er hinrennen soll. (3) Sowislo mit viel Arbeit im MF, auch mit einigen guten Szenen. Spielt an seiner Leistungsgrenze. Kleinklein behagt ihm eigentlich nicht, dennoch läßt er sich immer wieder darauf ein. (3,5) Löh steigerte sich im Laufe des Spiels. Anfangs grottenschlecht und immer mit dem halben Schritt zu spät. Stehaufmännchenattitüde macht ihn sympathisch. Vielleicht sollte ihn Härtel eine Stunde vor dem Spiel warmlaufen lassen, damit er auf Betriebstemperatur kömmt und nicht die ersten Minuten des Spiels vertrant. (4) Müller ohne spielgestaltende Beweglichkeit. König Zufall regiert. Halte seine Verpflichtung inzwischen für falsch. Wenn man einen über 30jährigen holt, sollte der die Impulse setzen können und nicht nen Stiefel spielen, den er von anderswo kennt, der aber zu uns nicht paßt. (5)
    Wassim ohne Spielverständnis und Impulse. Ausfall. (5,5) Beck anfangs mit gehörigen Standschwierigkeiten. Im Laufe des Spiels besser, auch mit Spielverständnis. (3)
  16. Avatar von aerolith
    Probleme (myphp) unterbinden eine gewohnte Videoeinbindung vom Spiel und Drumherum, darum hier als Link. Danke an den Kurzen fürs Schnippeln.
  17. Avatar von aerolith
    Der Vollständigkeit halber kopiere ich das bezügliche Interview der Volksstimme zu den geplanten "Strukturveränderungen" beim FCM hier ein und verweise auf die Quelle:

    Der 1. FC Magdeburg will an einem Info-Abend am 22. November ein neues Profimodell vorstellen.

    Von Uwe Tiedemann ›

    Magdeburg l Nachdem sich eine achtköpfige Arbeitsgruppe ein Jahr lang intensiv mit der Thematik beschäftigt hat, soll nun der „Startschuss“ für ein neues Profimodell hinsichtlich Verein und SSG (Stadion- und Sportmarketing GmbH) erfolgen. Konkret geht es darum, Einnahmen und Ausgaben zusammenzuführen. Präsidiumsmitglied Dirk Weber und Aufsichtsratsmitglied Rolf Oesterhoff standen in einem Volksstimme-Interview Rede und Antwort. Die Kernaussage der beiden lautet: „Die Mitglieder haben beim FCM auch künftig das letzte Wort.“

    Bei anderen Vereinen ist fast immer von einer sogenannten Ausgliederung der Profiabteilung die Rede, was häufig zu Verunsicherung führt. Beim FCM wird ein anderes Modell angestrebt, oder?

    Dirk Weber: So ähnlich kann man es ausdrücken. Wir haben eine besondere Situation, weil es die SSG, entstanden durch den Stadionneubau, ja schon gibt. Es geht darum, Einnahmen und Ausgaben in geordnete Bahnen zu lenken und die wirtschaftliche Situation für den Verein und die SSG planbarer zu machen.

    Rolf Oesterhoff: Die SSG ist eine hundertprozentige Tochter des Vereins, des FCM.



    Wie stellt sich die Situation augenblicklich dar?

    Weber: Bislang ist es so, dass die Einnahmen von Ticketing, Werbung oder Vermarktung der SSG zufließen und die Ausgaben des Spielbetriebs der ersten Mannschaft in Händen des Clubs liegen. Das soll sich ändern. Wir wollen den FCM so aufstellen, dass die wirtschaftlichen Aufgaben im Profibereich durch die SSG wahrgenommen werden und der eingetragene Verein sich auf seine ureigensten Aufgaben konzentrieren kann.

    Derzeit ist häufig von der Gefährdung der Gemeinnützigkeit zu lesen. Ist das auch ein Grund für die Überlegungen?


    Weber: Das spielt sicher eine Rolle. Ein gemeinnütziger Verein hat nicht in erster Linie die Aufgabe, Profifußball zu organisieren. In der 3. Liga bewegen wir erheblich mehr Geld als in der Vergangenheit. Ich denke, diese Problematik ist inzwischen bei allen bekannt, und darauf müssen wir reagieren.

    Wie sieht das neue Modell denn konkret aus?

    Oesterhoff: Die Details möchten wir nicht schon jetzt in der Öffentlichkeit, sondern wirklich erst am 22. November unseren Mitgliedern präsentieren und gemeinsam diskutieren.

    Sie beschäftigen sich mit der Problematik ja schon geraume Zeit. Warum dauert es so lange?

    Weber: Weil es viele Dinge abzuwägen galt, auch Expertisen angefertigt wurden. Ein wichtiges Thema war z.B. die Frage, ob nicht Einnahmen und Ausgaben auch beim e.V. zusammengeführt werden können und welche Risiken daraus entstehen. Außerdem darf man nie vergessen, dass wir alle auf ehrenamtlicher Basis arbeiten. Aber nun sind die Hausaufgaben gemacht, der Startschuss kann sozusagen erfolgen.

    Im Umfeld des FCM stehen einige dem Modell weiterhin skeptisch gegenüber. Was glauben Sie, warum ist das so?

    Weber: Ich habe oft den Satz „der Verstand sagt ja, aber der Bauch sagt nein“ vernommmen. Das hat sicherlich mit den allgemeinen Entwicklungen im Profifußball und den damit verbundenen Ängsten der Fans zu tun. Hier müssen wir in erster Linie Überzeugungsarbeit leisten.

    Oesterhoff: Hinzu kommt, und so ehrlich sollte man sein, dass die Kommunikation im Rahmen der Infoveranstaltung im letzten Jahr nicht wirklich geglückt ist. Auch für uns war nach dem Aufstieg vieles neu.

    Auch wenn Sie sich mit Details noch bedeckt halten – was ist denn der entscheidende Unterschied zu anderen Vereinen?

    Oesterhoff: Wir wahren den Einfluss und das Mitspracherecht der Mitglieder. Sie sind und sie bleiben das höchste Organ im Verein. Wir stellen sicher, dass über ihre Köpfe hinweg auch künftig keine Entscheidungen getroffen werden können. Sowohl im eingetragenen Verein als auch in der SSG.

    Können Sie da ein Beispiel nennen?

    Oesterhoff: Beim 1. FC Magdeburg e.V. wird der Aufsichtsrat von den Mitgliedern gewählt. Einen Aufsichtsrat wird es künftig auch für die SSG geben.Dabei herrscht Personenidentität. Das heißt, dass die Mitglieder bestimmen, wer den eingetragenen Verein und die SSG überwacht.

    Ein anderes Beispiel betrifft mögliche Investoren, die sich eventuell an der GmbH beteiligen möchten. Auch hier gilt: Gegen den mehrheitlichen Willen der Mitglieder passiert nichts. Das heißt, der Verein bleibt immer zu 100 Prozent beteiligt. Ich möchte aber auch ausdrücklich erwähnen, dass derzeit kein Investor auf der Matte steht.

    Ist Ihnen ein ähnliches Modell in Deutschland bekannt?

    Weber und Oesterhoff: In dieser Ausprägung sicherlich nicht. Das ist halt der FCM.

    Wie sieht der Zeitplan aus?

    Weber: Als Erstes muss man bedenken, dass das Zeitfenster begrenzt ist, denn die Umsetzung eines solchen Modells ist nicht während des laufenden Spielbetriebs möglich. Wir wollen wie erwähnt die Info-Veranstaltung am 22. November, voraussichtlich in der neuen VIP-Lounge der MDCC-Arena, durchführen, im Februar die richtungsweisende Mitgliederversammlung einberufen, wo eine Dreiviertel-Mehrheit nötig sein wird, und die Unterlagen dann zusammen mit dem Lizenzantrag 2017/18 bis Ende Februar an den DFB schicken.[/quote]

    Ich nenne das eine Eulenspiegelei. Zudem wird ein formaler Verstoß gegen die Satzung kommuniziert, denn die MV muß bis Silvester jedes Jahres erfolgt sein. Eine Informationsveranstaltung kann die MV nicht ersetzen udn ist auch nicht beschlußfähig, um selbiges zu leisten.
    Aber das ist eher nebensächlich, obgleich es auch schon bedenklich ist, wie hier mit Formalien umgegangen wird und hoffentlich auf kein Handlungsmuster zurückzuführen ist.
    Kern des "Problems" ist Art 14, Abs. 8:
    aus der Satzung des FCM

    Dem Präsidium obliegt die Geschäftsführung des Vereins. Es kann einzelne Bereiche des Vereins ausgliedern und auf eigenständige juristische Personen mit Zustimmung des Aufsichtsrats übertragen. Zur Erfüllung seiner Aufgaben kann das Präsidium Ausschüsse bilden.
    Dieser Punkt ist wichtig für die Geschäftsfähigkeit der Exekutive und in seiner Drastik wohl ein Alleinstellungsmerkmal im deutschen Vereinswesen. Jedenfalls finde ich in vergleichbaren Vereinen keine diesbezügliche Klarheit zur Machtstellung des Präsidiums. Äh, eigentlich des ARs, denn das Präsidium wird vom AR gelenkt/bestimmt.

    Worin besteht jetzt die Eulenspiegelei?

    Das Präsidum hat das Recht, Teile des Vereins auszugliedern, beispielsweise die Organisation der Bezahlung der Profimannschaft. Dafür benötigt das Präsidium kein Okay von den Mitgliedern, nur das Einverständnis des AR, sofern das Präsidium weiter in Ruhe arbeiten will.
    Das ist das eine.
    Das andere ist das Grundgesetz deutscher Vereine, daß nämlich die Mitglieder das letzte Wort haben müssen, andernfalls verlöre der Verein seine Allgemeinnützigkeit. Mit wirtschaftlichen Fragen hat das erst mal wenig zu tun. Wenn also die Mitglieder ihr Ja zur Politik des AR geben (den Präsidenten dürfen die Mitglieder des FCM ja nicht wählen), geben sie damit auch der Politik des vom AR dirigierten Präsidiums ihr Ja. Anders gesagt, nur wenn die Mitglieder die Satzung ändern, um ihr Präsidum (wie dies in vielen Vereinen im Profifußball üblich ist) selbst zu bestimmen, würde hier eine direkte Kontrolle stattfinden, aber zugleich würde das für die Arbeit der Exekutive eine erhebliche Einschränkung bedeuten, den nun müßte dieses seine Arbeit von eher Bauchgefühlen folgenden Mitgliedern kontrollieren lassen müssen und nicht dem eher bedächtig vorgehenden AR Rechenschaft geben. Man müßte also, um die Arbeitsfähigkeit des Präsidiums fürderhin gewährleisten zu können, eine Sicherung einbauen, die es den Mitgliedern nicht gestattet, innert eines Zeitraums X präsidiale Entscheidungen zur Disposition zu stellen. Der AR hat schon damit gedroht, daß er seine Arbeit einstellt, wenn die Mitglieder diesen Weg gehen wollten, also mehr Demokratie in den Verein bringen würden wollen. Und das ist die Eulenspiegelei: Es wird einerseits so getan, als ob das Präsidium das, was es jetzt tut, nämlich den Verein zu führen, nur dürfte, wenn die Mitglieder das auch wollten (was nicht der Fall ist oder, sagen wir mal, was nur über indirekte Einflußnahme möglich wäre, die aber nicht gewünscht wird).

    Ich möchte vorschlagen, daß man den Präsidenten seine Arbeit tun läßt, also 14,8 beläßt und um die sogenannte Ausgliederung, die ja keine ist, weil die SSG eine 100%ige Tochter des Vereins ist, statt dessen aber das Präsidentenamt durch die Mitglieder direkt bestimmen läßt. Dann hört dieses Geeire auf und wir haben klare und demokratische Strukturen mit einer dieser vorstehenden, aber diese nicht bestimmenden Aristokratie, wie sie die Beste aller Welten abbilodet, die blau-weiße Welt der Besten.
  18. Avatar von aerolith
    FCM vs. Hansa 1:1
    Tor: Beck
    Zuschauer: 21001; 4° C, Niesel

    Das wieder einmal stimmungsvoll-ansehnliche Spiel gegen die Hanseaten von der Ostsee endete unentschieden. Unseren Einzelbemühungen, sichtbaren spielerischen Fortschritte und einer verbesserten Grundordnung im Mittelfeld standen schwache Abschlußleistungen, zu oft hibbelig vorgetragene Angriffe und Schwächen bei den Standards gegenüber. So konnten die technisch etwas besseren Hanseaten im Spiel bleiben und kamen kurz vor Schluß zum Ausgleich. Ein Schiedsrichter mit Charakter hätte das Spiel beim Stande von 1:0 für uns abgepfiffen und so die Hanseaten bestraft, deren Anhänger das Stadion minutenlang in Nebel hüllten und so unsere beste Phase unterbanden, also ins Spiel eingriffen. Aber der überforderte 27jährige Schiedsrichter aus Bayern schickte statt dessen Handke nach einem Allerweltsfoul in die Kabine und bestrafte auch Butzen zu hart, währenddessen er die zahllosen Provokationen unserer Gegner für meinen Geschmack zu nachsichtig behandelte. Auch sollte sich der Pumuckel an der Seitenlinie mal die Linse nachlasern lassen, denn er lag einige Male - und immer gegen uns - falsch. Das ist eine Schiedsrichterschelte, aber entscheidend für den Ausgang des Spiels war das nicht, sondern vielmehr unser Unvermögen, Angriffe geradlinig auszuspielen und die Dinger schlichtweg reinzumachen. Auch unseren Trainer muß ich hier schelten. Was hat der Mann nur an Tarek für einen Narren gefressen? Die Spielsituation erforderte nicht den Einsatz eines am Ball unruhigen offensiven MF, sondern den Einsatz eines Ballbehaupters und technisch versierten Spielers. Haben wir den? Düker kann den Ball behaupten und kam dann später. Der Einsatz von Puttkamer kam zu spät (er hätte schon früher für Handke kommen müssen, dessen Spielweise dem Schiedsrichter offenbar nicht paßte, denn der zählte bei Handke jede Ball- und Gegnerberührung mit; dafür griff er nicht mal in die Tasche, nachdem Schiller beim Vorwärtsgehen rüde von hinten von den Beinen geholt worden war), auch der kann den Ball im MF behaupten, wenngleich der Mann verunsichert ist und prompt in den letzten Minuten auch diese Unsicherheit auf die Abwehr übertrug. Mit Kath und Schwede warten zwei schnelle Leute auf ihren Einsatz an der Außenlinie. Statt dessen brachte er eben Tarek, der genau das machte, was er eben kann: Unruhe verbreiten und sich festrennen, dann nachnickeln. Manchmal ist das von Nutzen, nicht aber in der heutigen Spielsituation, die bei unserer Führung Ruhe und Abgeklärtheit abforderte.
    Ein Wort noch zur Tabellensituation: Es sieht so aus, als ob in diesem Jahr quasi jede Mannschaft der Liga aufsteigen könnte. Wir sind nach einer Niederlagenserie immer noch in Schlagweite von Platz 3. Das sollte uns dazu animieren, jetzt vorhandene Gelder in den Kauf eines ballsicheren ZM-Spielers zu investieren und anzugreifen. Herr Franz, übernehmen Sie!

    Zur Einzelkritik:
    Glinker mit drei Fehlern. Schlechte Abstöße und zu wenig Sicherheit im eigenen Strafraum. Wie immer kein Umschaltspiel. Ich versteh das nicht, daß wir ohne jede Konterstellung spielen. Das ist v.a. Sache des Torwarts, der naturgemäß dazu neigt, zuerst sein Gehäuse abzusichern. Ich möchte aber Umkehrspiel sehen. Das lieben wir hier. (4)
    Handke heute mit Vorwärtsdrang. Stand gut und hatte beinahe immer einen Fuß dazwischen, so daß die Hanseaten nur bis zu einem Punkt X vor unserem Strafraum durchkamen - dann stand da Handke. Eher Fouls der minderen Härte: Gelb-Rot war zu hart. Wahrscheinlich mochte das bayrische Milchbüble unseren bärbeißigen Randostfalen nicht. (3,5) Hammann stand beinahe immer richtig und brachte die Bälle zufriedenstellend zum eigenen Mann. Ich erwarte allerdings mehr von ihm, mehr Strategie. (3) Schiller mit Schaum vorm Mund. Gut. Im Vorwärtsgang etwas überdreht. Schlecht. Ich sah ihn nach einer eher läppischen Gegnerberührung zu Boden gehen. Ganz schlecht. Abstellen! (3,5)
    Butzen mit gutem Speed. Ließ sich nichts gefallen. Gut. Viel Kleinklein, wobei er nicht zurücksteckte. Hat seine Stärken im Ablaufen und im Vorwärtsgehen, dann am liebsten quer. Das möchte ich wenigstens zwei Mal pro Spiel von ihm sehen. (3) Kath links mit guten Szenen und produktiver Unruhe. Muß sich schneller vom Ball trennen und seinen Mitspielern Zeichen geben, wohin SEINE Reise gehen soll, damit sie ihm nicht in die Quere kommen udn er Anspielstationen hat. Das kann man üben. (3) Sowislo mit guter Leistung. Hielt die Fäden im MF zusammen und brachte seine Mitspieler oft gut ins Spiel. Lief auch viel ab und stand gut. Wird in seiner Bedeutung von vielen unterschätzt. Von mir nicht. (2) Brandt steigerte sich im Laufe des Spiels. Darf aber auch mal das Tor treffen, wenn er abzieht. Hat seine Schwächen im Spiel nach vorn. Da bleibt vieles Stückwerk, da fehlt es ihm an strategischem Blick. Ich glaube nicht, daß er den noch bekommt. (3,5) Löh mit weiter aufsteigender Form. Aber was war das für ein Einwurf? Zum Ende hin gut, mit dem Elan, den ich von ihm sehen möchte. Kann auch auf engem Raum den Ball führen. Schwächen im Paßspiel, da spielt er zu oft in den Rücken. (3) Schwede gefiel mir gut. Hielt sich anfangs zurück und sparte sich seine Kräfte für die zweite Halbzeit auf, wo er sie einige Mal zum tragen brachte. leider reichte es nicht zum Tor, aber er ist kurz davor, denke ich. (3)
    Beck verdaddelte Chancen. Aber einmal stand er richtig. Darf nicht abspielen, wenn der eigene Mann im Abseits steht, sondern muß dann eben durch. (3)
  19. Avatar von arma
    dem ist nicht viel hinzuzufügen, außer das es nicht 4° sonder 8° waren

    meine Kurzeinschätzung findest du hier
  20. Avatar von aerolith
    FCM vs. HFC
    19200 Zuschauer, davon 300 aus Halle
    3° C, diesig
    Tor: Sowislo

    Daß Fußball alle Lebensbereiche umfaßt, wurde dieser Tage wieder einmal deutlich. Fehlplanungen beim Stadionbau fielen den Verantwortlichen vor die Füße, die aber mirnichts, dirnichts einander den schwarzen Peter zuschoben und dann auch noch so dreist waren, die Zuschauer mit Verhaltensverboten zu belegen und Strafen anzudrohen, wenn sich die Zuschauer nicht an die neue Direktive halten würden. "Hüpfverbot", mein Unwort des Jahres, für alle Ostfalen. Die Gäste dürfen, denn die sind nicht so zahlreich und halten das auch nicht so lange durch wie wir.
    Eine Frechheit. Der Preuße Kallnik, der sich in der Vergangenheit schon mehrfach dadurch auszeichnete, daß er die Anhänger des FCM zu erziehen gedachte oder schlichtweg prollig-patzig seiner alternnativlosen Vereins- und Wirtschaftspolitik aussetzte und behauptet, daß Spieler beim FCM auch direkt vom FCM bezahlt werden müßten, was natürlich Unfug ist, denn eben für solche Dinge gibt es die Möglichkeit der Auslagerung von Vereinsteilen. Profifußball hin oder her. Der FCM ist nicht gezwungen, elf beim e.V. angestellte Spieler aufs Feld zu schicken. Siehste! Er kann auch Spieler aufs Feld schicken, die in einer ausgegliederten, aber dem Verein zu wenigstens 51% gehörigen GmbH angestellt sind. Das machen andere Vereine schließlich auch. Die haben sogar AGs gegründet. Die Satzung läßt das zu - ohne jede Mitgliederbefragung.
    Das ist das eine.
    Das andere ist die Frechheit, daß so getan wird, als ob ein Stadion hundert Jahre halten müßte. Wenn technische Probleme auftreten, dann darf deren Behebung nicht Jahre dauern. Wo sind wir denn? Dann ändert gefälligst die Regularien, um so etwas zeitnah zu reparieren. Ist das nicht zudem eine Garantieleistung? Ich schlage zudem vor, den Sitzplatzbereich hinter unserem Tor zu einem Stehplatzbereich zu machen und gegebenenfalls so aufzuziehen, daß Interferenzen und Redundanzen keine bleibenden Schäden in einer Konstruktion hinterlassen. Es sollte doch Stadien geben, die ähnliche Probleme haben wie wir. Oder sind wir die Einzigen, die hüpfen?

    Fußball wurde auch gespielt. Unser Spiel war anfangs ansehnlich. Der Ball lief gut. Düker gewann viele entscheidende Zweikämpfe und verteilte die Bälle in der Spitze. Wenn er jetzt noch Zug zum Tor hätte, wäre er sicherlich eine Granate. So aber müssen andere die Tore schießen, scheint mir. Schwede und Ernst und Kath kamen aus dem offensiven MF, brachten den Ball aber nicht in die gefährliche Zone, sondern nur kurz davor. Es war also nicht so, daß wir eine Chance nach der anderen kreierten, sondern eher so, daß wir ein gefälliges MF-Spiel sahen, dem kurz vor dem gegnerischen Strafraum die Luft ausging. Glücklicherweise pfiff der Schiedsrichter nach einer Standardsituation eine mir nicht ersichtliche Regelwidrigkeit der Halunken ab und entschied auf Strafstoß. Sowislo versenkte sicher. Die Randostfalen kamen danach, aber wirklich Schaum vorm Mund hatten sie nicht. Es gab vier oder fünf Situationen, die vielleicht zu einem Tor hätten führen können, aber zwingend war davon nichts. So konnten wir das Ergebnis nach Hause bringen. Am Ende des Tages brüllten die Sieger das magdeburger Lied und freuten sich nicht nur über die drei Punkte, sondern auch über den Anschluß an die Spitze. Zwei Punkte bis zum Relegationsplatz!

    Zur Einzelkritik:
    Glinker mit Wacklern. Kein Umkehrspiel, keine Präzision bei den Zuspielen. Machte aber keinen gravierenden Fehler. (4)
    Tarek mit großen Anfangsproblemen. Wurde zum Ende hin besser und gewann einige wichtige Zweikämpfe. Kein Umkehrspiel. Keine Zuspiele. Nickligkeiten und Hysterie. (4,5) Hammann ohne die gewohnte Sicherheit. Schwache Zuspiele, keine gute Paßquote. Es fehlte ihm an Souveränität und Abstimmung. (4) Schiller mit einigen theatralischen Sendungen. Gegenspiel zu hastig. Hielt seine Seite aber weitgehend sauber. (3,5) Handke stand gut und hatte seine Gegenspieler im Griff. Heute ohne Spiel nach vorn, aber das war heute auch nicht sein Part. Ich kann mich an keinen Fehlpaß erinnern, aber auch an kein Zuspiel von hinten heraus... (3)
    Kath mit starkem Beginn. Ließ dann nach und war mir zu sehr auf das "Ziehen" von Fouls aus. Ich kann ihn nicht so recht verorten, ob er MF oder Stürmer spielt. Er hängt zwischen den Welten, findet aber noch keine Struktur, um sich im Spiel der Mannschaft zu implementieren. Es ist wie ein Angebot an den Trainer, aber das hilft uns nicht wirklich. Sollte bald eine Fixation seiner Aufgaben erhalten. Ich erkenne gutes Potential. Heute hätte er Stoßstürmer spielen sollen. (3) Sowislo heute auf dem Kriegspfad. Meckerte und lamentierte. Ich glaube, der Schieri gab ihm deswegen auch die Ampelkarte. Ich mag es nicht, wenn sich Spieler meiner Mannschaft mit dem Schiedsrichter anlegen. Hat der vielleicht gefoult? (4,5) Löh mit Biß. Das war auch richtig so, denn den heutigen Gegner durfte er nicht ins Spiel kommen lassen. Seine frühe Herausnahme war richtig, andernfalls wäre er beim nächsten kleineren Foul geflogen. (3) Schwede mit viel Licht. Er weiß im Unterschied zu Kath, wo er hinlaufen muß. Hatte oft einen Fuß dazwischen und brachte anfangs auch Gegenspiel zustande. Baute dann aber und war in einer zerstörerischen Aufgabe gefangen, die ihm eher weniger liegt, die er aber erfüllte. (2,5)
    Ernst formverbessert. Muß in die Rolle des Verteilers hineinwachsen. Hoffentlich lenkt ihn der Trainer entsprechend. Gute Ballbehandlung, aber tendentiell brotlos. Muß auf Effizienz getrimmt werden. Ruckzuck, ab geht die Luzie. (3,5) Düker ist kein Stoßstürmer, aber ein exzellenter Ballverteiler in der Spitze, sofern die Mannschaft Angriffs- oder Konterfußball spielt. Sah deshalb am Anfang des Spiels auch gut aus, zum Ende hin, als wir weder Konter- noch Angriffsspiel initiierten, eher schlecht. (3,5)
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