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Manchmal
Manchmal
höre ich ein Flugzeug und verwechsle es mit dem Brummen einer
Hummel. Manchmal lese ich Geschichten und bilde mir ein, ich hätte
sie selber geschrieben. Ich höre den Wind in den Olivenblättern,
will mich zusammenkauern zu einem Bündel, die Beine an den Oberkörper
gepreßt und nie mehr aufstehen. Aber ich sitze draußen am Tisch
und rauche. Die Klopapierrolle ist immer noch ganz naß von dem
Sturm vorletzte Nacht. Er hat sie zum Trocknen in die Sonne
gestellt. Ich frage mich, warum. Die Lagen sind zusammengeklebt zu
einem Klumpen. Ein Brei aus Papier. Meine Worte, die auf das Blatt
strömen, sind auch so ein Brei. Er hat es mir gestern nacht
gesagt. Sein Mund war gespitzt. Die Stimme klang hohl. Er geht
jetzt auf der Terrasse auf und ab und telephoniert mit ihm. Seine
Schritte dröhnen in meinem Kopf. Sein linker Schuh ist
abgelatscht. Ich wundere mich, wie er in den Schuhen noch gehen
kann. Aber er hat seit jeher eine Vorliebe für abgetragene
Kleidung. Ich hole mir einen Aperol-Soda. Normalerweise trinkt nur
er das. Vielleicht will ich jetzt ganz bei ihm sein, indem ich mir
sein Getränk einverleibe. Das Getränk leuchtend rot auf dem weißen
Tisch. Zuckersüß rinnt es mir die Kehle herab. Ich will nicht
zuhören, wenn er spricht. Manchmal erwische ich einen Wortfetzen.
Er fragt gerade „Wann?“ –
Ich
lenke mich ab, indem ich das Blatt vollkritzele. Dann zünde ich
mir noch eine Zigarette an. Mir ist schon ganz schlecht vom
Rauchen. Ich zähle die Zigarettenstummel. Ich höre:
„Das
ist aber spät.“
Eine
Zecke krabbelt über den Tisch. Es sind acht Zigarettenstummel.
Jetzt schwirrt eine Wespe um meinen Aperol herum. Ich verjage sie
mit meinem Buch. Er legt auf. Ich frage ihn: „Wann, wann ist es
soweit?“
„In
drei Wochen“, sagt er mit brüchiger Stimme.
Die
Wespe krault jetzt in dem süßen klebrigen Getränk. Ich mache
keine Anstalten, ihr zu helfen. Ich murmle leise vor mich hin:
„Dann haben wir noch etwas Zeit.“ Ich zerknülle das Papier
und stehe auf. Die Wespe regt sich nicht mehr. Ihre Flügel sind
verklebt.
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